Posts mit dem Label Sam Elliott werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sam Elliott werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Mai 2016

"The Big Lebowski" [USA, GB 1998]


Sam Elliott erzählt die Geschichte über den Dude (falls wir Kurzformen mögen). Würde er sie jedes Jahr mit der ihm eigenen unverkrampft gesäuselten Cowboy-Melancholie erzählen – jedes Jahr würden wir uns vor Lachen kugeln, vor Tragik schluchzen und vor Faulheit kiffen. Denn: Der Dude (Jeff Bridges) ist der Dude ist der Dude, Vertreter einer Postmoderne, der nichts mehr heilig ist, weil sie selbst ihre Identität verloren hat. Religionen, Regeln, sterbliche Überreste. Eher: Religionsausverkauf, Bowling, das Haar schminkende Asche. Vietnam beim Kaffeelunch. Zirkusartisten. Verwechslungen. Die Coens sind die Coens sind die Coens, nur sie durften den Dude erschaffen, diesen chilligen, verflucht-fluchtenden Teilzeitbär. Die Coens überführen das Heilige in das Profane und transzendieren das Profane zum Heiligen; bei ihnen ist Leben vor allem Gefühl zwischen den Zeichen und Niederschlägen kurzatmiger Erfahrungen. Mit allem nehmen es die Gebrüder auf, sie dekonstruieren die große Erzählung, lenken, kommentieren und brechen sie in Episoden akuter Ideenfülle, voller Bonmots am Rande: David Huddleston kalauert sich pointensicher zu einem der irrsinnigsten (Coen-)Geschöpfe ("Penner!"), wohingegen Roger Deakins den Bowlingkugeln traumtänzerisch nachjagt. Das Lebensgefühl des Duderinos vereinigt sich mit dem Lebensgefühl hinter den Kulissen, den Geschichten über die Geschichte hinaus und warum wir sie brauchen, von Sam Elliott erzählt zu bekommen.

8 | 10

Freitag, 26. Oktober 2012

"Ghost Rider" [USA 2007]


Es zeichnete sich bereits nach dem strunzbekloppten "Daredevil" ab, eine verdammt wichtige Lektion zu verinnerlichen, die daraus besteht, niemals, aber auch niemals und unter keinen Umständen sein eigenhändig produziertes Comicheft von Regiepflaume Mark Steven Johnson zu verfilmen! Wofür die 110 Millionen Dollar in seinem mythisch-horrormäßigen Streich "Ghost Rider", einer Z-Klamotte, die entschieden mehr Trash artikuliert als offenbaren will, verballert wurden, ist fraglich angesichts dessen, dass alles scheiße aussieht: der brennende Totenschädel, die gefährlichen (*hust*) Dämonen, die dem Titelhelden (Nicolas Cage) ans Leder wollen (zwei Hiebe in jämmerlichen "Kämpfen" reichen allerdings, um sie außer Gefecht zu setzen). 

Wenn die Polizei alsbald davon ablässt, Mord und Sachbeschädigung zu ermitteln, indem sie vollends erstaunt über ein Motorradskelett von der Bildfläche verschwindet, der junge Cage (Matt Long) gar keine Ähnlichkeit mit dem erwachsenen Cage aufweist, und die Angebetete (Eva Mendes) sich letztlich mehr Sorgen um ihre verrutschte Wimperntusche als über die verlorene große Liebe macht, ist nicht abzusehen, in welchen Dimensionen das Drehbuch besoffen durch die Geschichte torkelt.

Die Bösen sind gefriergetrocknet (schmerzlich lachhaft: Wes Bentley), die Guten zu Stein erstarrt (das Dekolleté Mendes' – trotzdem toll) und die Nebenrollen zum... Teufel gejagt und geritten (Peter Fonda, Sam Elliott). Dass der Film aus seinen wenigen Ansatzpunkten, die er verhandelt wissen will, nichts Greifbareres spinnt, darf als größtes Ärgernis gelten, weil sie unter einem Wust an Blödelhumor vergewaltigt werden.

Gerade die Liebesgeschichte; ein "Spider-Man" hat durchaus gezeigt, wie sie die Titelfigur stärkt oder schwächt, antreibt oder abstößt, sofern sie das übliche eingepferchte System sprengt. Aber okay, zu viel Anspruch. Zumindest die Motorradstunts sind ganz ansehnlich, ein, zwei in den filmischen Raum lässig hingerotzte Sprüche, ein, zwei ironische Westernreminiszenzen und ein, zwei kecke Kamerashots. Alles andere ist nicht wirklich Unterhaltung, auch nicht im alkoholisierten Zustand.

3 | 10