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Mittwoch, 15. August 2018

"Mission: Impossible - Fallout" [USA 2018]


Tom Cruise erklimmt zum sechsten Mal eine schier unüberwindliche Hype-Gebirgskette, die alle, außer er, mit Sauerstoff zu bewältigen imstande sind. Trauen sollte man den Vorschusslorbeeren bezüglich "Mission: Impossible – Fallout" aber nicht. Jedenfalls nicht über die gesamte Laufzeit, denn allenfalls momentweise vervielfältigen sich Schwindel und Höhenangst. Die Leichtigkeit ist geblieben, das Bleischwere hat das Franchise immer hinter sich gelassen – im Gegensatz zu den bedeutungsschwangeren Diskursen Bonds. Wenn Cruise auf einem Motorrad die Gassen von Paris durchbrettert, wirkt das adrett statt bewegungsfiebrig. Die Bilder, die Ortschaften verstreichen ungekannt sanft. Christopher McQuarrie erdet die Stuntshow um Tom Cruise mit schwerklebender Echtheit. Sonst erhitzt sich das Übertrumpfende – der seit fünf Filmen sterbenslangweilige Identitätstwists entfachende Maskengag verwahrlost zur einfallslosen Posse, die Rettung hingegen zur verschnörkelten Deus-ex-machina-Parade (Michelle Monaghan) und der grandios grässliche Score (Lorne Balfe) bedient sich munter aus "The Dark Knight Rises", während das IMF-Team gleich mehrere (!) Atomsprengköpfe sicherstellen muss. Aus jeder Pore erschwitzt der Film viriles Testosteron. Und obgleich die über Gebühr überreichlichen Showdown-Allüren selbst Cruise wie einen Avenger erscheinen lassen, ist "Mission: Impossible – Fallout" ein sympathischer, mit Henry Cavill kratzig bestückter Ritt, bei dem die Zuschauer wahrhaftig ein Publikum bilden – Mission: Cruise Control. Kraxeln, klettern, hängen. Bis zur letzten, allerletzten Sekunde.

6 | 10

Freitag, 18. September 2015

"Mission: Impossible - Rogue Nation" [USA 2015]


Ein schwindelerregender Flugzeugstunt (der wundersam-biegsame Tom Cruise im Anzug wie Cary Grant), Tod durch Noten – "Mission: Impossible" vollzieht am greifbarsten die Wandlung zu Alfred Hitchcock. Der fünfte Ableger des Jump-and-Run-Franchise, "Mission: Impossible – Rogue Nation", weiß sich seinem Fußnotenmorast überzeugter zu beugen als die vier Vorgänger zuvor. Das "Missbrauchen" einer fremden Signatur verhindert nichtsdestoweniger das Erstellen einer neuen: Alle bisherigen vier Teile fügten sich einem individuell-inszenatorischen Stilwillen, weshalb die Reihe vor allem aufgrund ihrer übergreifend nie passenden Dissonanz Ethan Hunt (Cruise) in spaßigstes aufgeschichtetes Gewusel schickte. Davon kann in "Mission: Impossible – Rogue Nation" nicht mehr die Rede sein, der im Umkehrschluss hauptsächlich die Ansprüche an humorloses, trockenes und tendenziell müdes Blockbustersommerkino befriedigt, das sich verabschiedet vom ehemals jonglierenden Teameinerlei. Es wird mehr palavert als gehandelt, mehr die Seiten gewechselt (hochgradig doof: Rebecca Ferguson) als sich auf einem Spielfeld einzurichten, mehr Pläne erklärt als sie (sowieso erfolgreich) umzusetzen. Christopher McQuarrie, er drehte den sensationell entschleunigten "Jack Reacher", konterkariert, bis auf eine spätere, flüchtig Lust am Pointieren entfachende Unterwassermission, praktisch alle familiäre, sexy Leichtigkeit zulasten einer zu ernsten, selbstbesoffenen Verschwörungstheatralik  mit vielen durchgespielten Standardsituationen (die tickende Körperbombe) und generischen Rambazamba-Choreografien ohne kinetisches Potential. Einzig Sean Harris, der steinerne Chefganove, bemüht sich um Wertsteigerung.  

5 | 10

Freitag, 11. April 2014

"Glengarry Glen Ross" [USA 1992]


"Glengarry Glen Ross" ist ein ausgefeilter David-Mamet-Wortschwall, von überallher feuern Geschütze Fragen, Ausreden, Beschwichtigungen, Versprechen, Angebote ab. Um das Überleben in der Krise, in der Rezession, in der Depression geht es. Denjenigen dafür auszustechen, um an der Tafel mit seinem Namen aufgeschrieben zu werden, und niemals ohne Umsatz und Vertragsunterschrift. Geschwollene, entschlossene Überzeugungskraft ist gefragt. Die Liste derjenigen, die in der Rangfolge aufsteigen wollen, die an ihre "Männlichkeit" glauben, ist endlos, illustriert vom besten (aussterbenden) Personal der Branche: Al Pacino, Jack Lemmon, Kevin Spacey, Ed Harris, Alec Baldwin. Und so weiter und so fort. Sie reden sich um Kopf und Kragen, sie zerfleischen sich auf Gedeih und Verderb, aber trotzdem artet James Foleys karg ausgestattetes, eng gestaffeltes Bühnenarrangement in keinen Rausch, in kein ermüdendes Gelage aus. Dem Film gelingt es, sich in keine Manierismen zu verlieren (wie etwa, der Verweis scheint treffend, "The Wolf of Wall Street"), obwohl er vergleichbar lebendig und wetterabgestimmt einen Zeitgeist und einen Wandlungsprozess artikuliert, dicke Kohle mit Kugelschreiber zu scheffeln. Die Schauplätze sind begrenzt, ihre Akteure hingegen pilgern scharenweise in die Nacht, um ihre Existenz zu sichern – Angebotsmacher, von denen jeder einen blumigen bis knallharten Monolog rezitieren darf, immer das Wort abfeuern, Märchen erzählen, bangen.

6 | 10