Sonntag, 7. Februar 2010

TV-Tipps vom 08.02. bis zum 14.02.2010

Leider hatte ich diese Woche nicht wirklich Lust, mich ausführlich den TV-Tipps anzunehmen. Ich bitte das zu entschuldigen und weise dennoch auf die Highlights hin.

  • MONTAG, 08.02.2010
"Lemmy Caution gegen Alpha 60"


[Jean-Luc Godard, 20:15 Uhr/Arte]


  • DIENSTAG, 09.02.2010
"Das Kind"

[ Jean-Pierre & Luc Dardenne, 22:45 Uhr/RBB]

  • MITTWOCH, 10.02.2010
"Batman hält die Welt in Atem"

[Leslie H. Martinson, 20:15 Uhr/Das 4.]


"Caché"

[Michael Haneke, 00:50 Uhr/ARD]

  • DONNERSTAG, 11.02.2010
"Magnolia"

[Paul Thomas Anderson, 20:15 Uhr/Arte]

  • FREITAG, 12.02.2010
"Metropolis"

[Fritz Lang, 20:40 Uhr/Arte, restaurierte Fassung!]


"Im Reich der Sinne"

[Nagisa Ōshima, 23:00 Uhr/3sat]

  • SAMSTAG, 13.02.2010
"Von Angesicht zu Angesicht"

[Sergio Sollima, 00:45 Uhr/MDR]

  • SONNTAG, 14.02.2010
"Thank You for Smoking"

[Jason Reitman, 1:05 Uhr/VOX]


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Weitere TV-Tipps oder alles, was damit zusammenhängt:

Samstag, 6. Februar 2010

Filmzitat der Woche: "Tote schlafen fest"




"Sie gehen zu weit, Mister Marlowe." - "So dürfen sie eigentlich nicht mit einem Mann reden, der grad aus Ihrem Schlafzimmer raus geht."

Lauren Bacall alias Vivian Sternwood Rutledge & Humphrey Bogart alias Philip Marlowe in Howard Hawks' "Tote schlafen fest" / "The Big Sleep" [USA 1946]

Donnerstag, 4. Februar 2010

News: Kinostarts - 04.02.2010



--->"Verdammnis" [S 2009 / Thriller]

--->"Armored" [USA 2009 / Action]

--->"Buddha's Lost Children" [NL, F, GB 2006 / Doku]

--->"Gegen jeden Zweifel" [USA 2009 / Thriller]

--->"Giulias Verschwinden" [CH 2009 / Drama]

--->"She, a Chinese" [D, GB, F 2009 / Drama]

--->"Up in the Air" [USA 2009 / Gesellschaftssatire]

--->"Welcome" [F 2009 / Drama]

--->"Zeiten ändern dich" [D 2010 / Fremdschämfestival]

Dienstag, 2. Februar 2010

Die besten Soundtracks aller Zeiten #11



Burkhard Dallwitz & Philip Glass: "Die Truman Show"
[USA 1998, Regie: Peter Weir]

Ein wunderschöner, märchenhafter, oftmals verträumter, dann wieder zu Tränen rührender, ohne jemals irgendeine Kitschgrenze überschreitender Soundtrack durchzieht Peter Weirs satirisches Meisterwerk. Burkhard Dallwitz und Philip Glass arbeiten mit minimalistischen, leisen Klängen, nur um in nächsten Augenblick zur stürmischen, rauen Partitur überzuwechseln. Das elegische Klaviersolo (Glass) und zugleich bestes Stück des Films, "Truman Sleeps", markiert zusammen mit jenem Moment am Ende, als Truman (Jim Carrey) an der blauen Leinwand steht und seinem "Schöpfer" (Ed Harris) gegenübertritt, eine unvergessliche Szene von großer emotionaler Wucht.

Sonntag, 31. Januar 2010

TV-Tipps vom 01.02. bis zum 07.02.2010



  • MONTAG, 01.02.2010
"IP5 – Insel der Dickhäuter" [20:15 Uhr, Arte]

Ein relativ unbekanntes französisches Drama nach bester Roadmovie-Manier um den Sinn des Lebens. Sehr beeindruckend in den Bildern, sehr melancholisch, ein bisschen Öko und Yves Montand spielt hier die letzte Rolle kurz vor seinem Tod. Da der Film ausgesprochen selten im Fernsehen präsentiert wird, sollte man sich vielleicht den Termin vormerken.

"Zodiac – Die Spur des Killers" [22:15 Uhr, ZDF]

Tauchte ja vor kurzem in meiner Liste der besten Filme letzter Dekade auf Platz II auf. Ich glaube, das dürfte schon darauf hinweisen, wie viel mir der Film bedeutet. David Fincher ist es abermals gelungen, zu zeigen, wie Kino überhaupt auszusehen hat. Ihm ist es mit "Zodiac – Die Spur des Killers" außerdem gelungen, dem klassischen Serienkillerfilm neues Leben einzuhauchen. ZDF sendet im Übrigen die Kinofassung, die sich aber nicht großartig von dem später erschienenen, tendenziell enttäuschenden Director's Cut unterscheidet.
  • DIENSTAG, 02.02.2010
"Der Mann ohne Gesicht" [20:15 Uhr, Tele 5]

Der stets in der Öffentlichkeit und den Medien provozierende Mel Gibson kann auch anders. Allerdings konnte mich dieses Außenseiterdrama noch nie richtig packen. Die vielfach als ach so genial geschauspielerte Figur des obigen Herrn hab' ich eigentlich immer als ziemlich flach und… langweilig empfunden.

DOKU: "Jagdzeit – Den Walfängern auf der Spur" [20:15 Uhr, Arte]

Hört sich nach einer interessanten Dokumentation um den Kampf zwischen David und Goliath, zwischen Greanpeace-Aktivisten und Walfängern, an. Hat ein paar Preise eingeheimst und im Bereich Kritiken schneidet "Jagdzeit – Den Walfängern auf der Spur" ebenfalls nicht schlecht ab. Ich hoffe nur, dass das kein moralinsaures Lehrstück ist, in dem mit aller Gnadenlosigkeit mit der Moralkeule geschwungen wird.
  • MITTWOCH, 03.02.2010
"Gangs of New York" [20:15 Uhr, Kabel]

Scorseses lang gehegter Traum von einem opulenten Amerika-Epos. Letztendlich nicht das erhoffte Meisterwerk – da unter anderem reichlich zerfahren, fragmentarisch und unausgegoren in der eigentlichen Geschichte und zu alledem noch seltsam geschnitten -, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass "Gangs of New York" prunkvolles, unbarmherziges, raues, grandios ausgestattetes und exzellent gespieltes Gewaltkino ist. Dass da am Ende außer dem superben Daniel Day-Lewis nicht unbedingt etwas hängen bleibt, ist die wohl größte Enttäuschung des Films, für den Zuschauer, trotz Scorsese.

"Cold Creek Manor – Das Haus am Fluss" [20:15 Uhr, Sat. 1]

Thriller vom Fließband, wie sie jährlich geschätzte 50.000 mal hergestellt werden, ohne in irgendeiner Weise adäquat in die psychologische Prämisse vorzudringen, geschweige denn eine originelle Idee zu bedienen. Kann man ruhigen Gewissens auslassen. Gekürzt.

"Taxidermia – Friss oder stirb" [22:00 Uhr, Arte]

Wer eventuell seine Ekelgrenze neu definieren will, sollte sich den vorliegenden Film zu Gemüte führen. Geschlechtsteile, Kotzorgien und Körpersäfte jenseits von gut und böse ergeben ein durchweg groteskes, verstörendes, ja, widerliches Panoptikum der Extreme. Womöglich kann man ihn nur hassen oder lieben, dafür gibt es witzige Dialoge zu hören und ausgeklügelte SFX zu bestaunen.

"Fight Club" [23:10 Uhr, Kabel]

Oft im TV gezeigt, sehr bekannt unter der Bevölkerung, aber immer wieder der absolute Wahnsinn. Gekürzte ab 18-Fassung (!).
  • DONNERSTAG, 04.02.2010
"Lethal Weapon 3" [22:25 Uhr, VOX]

An den "Lethal Weapon"-Teilen gibt’s generell nicht viel zu meckern. Riggs und Murtaugh natürlich unschlagbar, einzig Renne Russo nervt, nervt, nervt. Nichtsdestotrotz ein tolles Sequel.

"Der Sohn" [22:25 Uhr, 3sat]

Da überlasse ich playerweb das Wort: "Unter dem simplen Titel brodelt ein stilistisch schlichtes, wortkarges, heimtückisches Meisterwerk, jederzeit dazu bereit, die Krallen auszufahren und unvermittelt aufs Heftigste zuzuschlagen." Wird aufgenommen, programmiert oder was auch immer.

"Lone Star" [23:30 Uhr, ARD]

Kleinstadtkrimigeschichten mit Western-Touch mag ich sowieso, wenn sie mit Rückblenden arbeiten, umso mehr. Unterm Strich ein intelligentes, kleines, nachdenkliches Kammerspiel, das vor allem von seinen Figuren getragen wird. Sehenswert.
  • FREITAG, 05.02.2010
"The Cooler – Alles auf Liebe" [22:25 Uhr, 3sat]

Nettes, aber der Berechenbar- und Einseitigkeit wegen keinesfalls brillantes Casinofilmchen mit Mafiaanleihen, der seine Sympathie vordergründig aus William H. Macy und Alec Baldwin bezieht. Kann man sich anschauen, man kann es aber auch bleiben lassen.

"Twentynine Palms" [3:00 Uhr, Arte]

In bester Lynch/Jarmusch-Tradition zelebriert Bruno Dumont ein meditatives, sich ganz seinen Suggestionen verschriebenes Leinwandpuzzle, in dem die Fragen über ihren tatsächlichen Antworten stehen. Ohne viel Worte, bisweilen animalisch in den mechanischen Sexszenen. Man mag in für prätentiös halten, ich halte ihn für eindrucksvoll.
  • SAMSTAG, 06.02.2010
"Superbad" [20:15 Uhr, Pro 7]

Mit amerikanischen Komödien kann ich nicht viel anfangen. So trifft das auch auf "Superbad" zu, bei dem ich mich die meiste Zeit geschämt habe, als über den pubertär-dümmlichen Humor zu lachen. Muss nicht wirklich sein.

"Zeugin der Anklage" [23:45 Uhr, RBB]

Den sollte man aus dem Hause Billy Wilder kennen, unbedingt. Ganz großes Meisterwerk.

"Die rote Verschwörung" [00:15 Uhr, ZDF]

Geht in die Richtung Dan Brown'scher Hokuspokus. Da ich jedoch dem Dan Brown'schen Hokuspokus nicht gänzlich abgeneigt bin, mag ich (mit Abstrichen) auch "Die rote Verschwörung", wenngleich die Story immer dünner wird und die Unlogik immer penetranter. Das Buch von Robert Harris, "Aurora", müsste ich mir mal zulegen. Danke, dass mich der Film daran erinnert.
  • SONNTAG, 07.02.2010
"K-PAX – Alles ist möglich" [20:15 Uhr, RTL II]

Kevin Spacey als Außerirdischer in einer faszinierenden Sci-Fi-Tragikomödie. Eine vielschichtige Geschichte und nicht zuletzt eine tiefgründige Reise in die Innenwelten der Akteure erwartet den Zuschauer, wenn er sich auf "K-PAX – Alles ist möglich" einlässt. Bridges und natürlich Spacey laufen dabei zu Höchstform auf.

DOKU/THEMENABEND: "Hiroshima" [ab 20:15 Uhr, Arte]

Im Rahmen des Hiroshima-Themenabends befasst sich Arte einerseits mit dem Dokudrama "Hiroshima" (noch nicht gesehen), andererseits mit der Dokumentation "Schweres Wasser", in dem die Beteiligung von Nazi-Deutschland an der Entwicklung der Atombombe thematisiert wird. Vielversprechend.

"Die Queen" [22:00 Uhr, ZDF]

Regisseur Stephen Frears kokettiert mit der schwierigen Aufgabe, die Royals genüsslich aufs Korn zu nehmen. Das Schlimme daran ist, dass es funktioniert. In satirischer, ebenso wie in einfühlsamer, durchaus ernster Verpackung samt einer herausragenden Hellen Mirren erzählte, überhaupt nicht trockene Groteske eines in der Tat trockenen Themas. Königliche Unterhaltung im wahrsten Sinne des Wortes.

"I am Legend" [22:10 Uhr, Pro 7]

Öhm, ja, ich gehe mit dem Kollegen von nebenan d'accord. Vielversprechende Ausgangslage, die von den zunehmenden Mainstream-Geständnissen wie dem holprigen Drehbuch inklusive eines enttäuschenden Showdowns und den lächerlichen CGI-Viechern dennoch zerstört wird. Das Original ist besser, wenn auch bisweilen etwas langatmig.

SPORT: "Super Bowl XLIV" [23:35 Uhr, ARD]

NFL-Finale in Miami. Und die Sendezeit ist gar nicht so beschissen.

"Das Appartement" [23:45 Uhr, BR]

[…] "Man kann über "Das Appartement" gerührt sein, man kann über diese bezaubernde Tragikomödie lachen und weinen, oder beides zugleich, aber auch seinen Hut davor ziehen, wie hervorragend Wilder den Spagat zwischen der bis zum Exzess geführten, zynischen Gesellschafts-/Moralkritik in Form einer bitteren Satire, ausgeweitet zur Groteske und herzerwärmender, melancholischer Lovestory zweier echter Helden meistert, ohne Klischees, ohne Kitsch und trotz aller inhaltlicher Schwere dieses ansonsten so kleinen Films universell in seiner Aussage."

"Das Land des Regenbaums" [00:35 Uhr, SWR]

Schwerfälliges Familienepos in der Tradition von "Im Winde verweht", das stellenweise zu kitschig daherkommt. Von Elisabeth Taylor kenne ich nicht viel, aber vorliegender Film ist nicht gerade ein Highlight amerikanischer Filmklassiker.

Mittwoch, 27. Januar 2010

"Anatomie eines Mordes" / "Anatomy of a Murder" [USA 1959]



Story

Rechtsanwalt Paul Biegler verteidigt den wegen Mordes angeklagten Armeeoffizier Lt. Manion. Lt. Manion erschoss einen Barbesitzer, der seine Frau abends in einem abgelegenen Waldstück vergewaltigte. Indizien über Indizien, Beweise und unzählige Fakten sowie zwei übermächtige Staatsanwälte lassen den Prozess für Biegler aussichtslos erscheinen. Oder wurde Lt. Manions Frau doch nicht vergewaltigt?

Kritik

Eine Vergewaltigung aus Rache. Ein Mord im Affekt. Eine untreue Ehefrau. Ein zwielichtiger Ehemann aus der Armee. Zwei eiskalte Anwälte. Fertig ist der Cocktailmix aus Otto Premingers "Anatomie eines Mordes" nach gleichnamigem Kriminalroman von Robert Travers. Heute ein Klassiker des Genres und zugleich einer seiner ungewöhnlichsten Vertreter, damals so etwas wie ein "unreiner" Film, der bewusst provozierte und gesellschaftliche Tabus brach. Nichtsdestotrotz: der Titel, ist der Titel nicht genial? "Anatomie eines Mordes" als ausgesprochen kluge Metapher – tatsächlich sezieren Preminger und Wendell Mayes mit beinah wissenschaftlicher und psychologischer Präzision die seelischen Abgründe ihrer Protagonisten, aber auch die Tat als solches, dessen Begleitumstände sowie das US-amerikanische Justizsystem im Rahmen einer "Anatomie", gründlich, differenziert und nicht zuletzt exorbitant vielschichtig. Nach anfänglichem Anwalt-lernt-den-Fall-kennen (welches viel Zeit in Anspruch nimmt, vielleicht zu viel) evoziert das in mehrere Akte eingeteilte Herzstück des Films, der verbale Schlagabtausch zu Gericht, schnell die Erkenntnis, dass Premingers Film nicht zur Sorte konventioneller Gerichtsdramen gehört. "Anatomie eines Mordes" ist anders. Die Wahrheitsfindung speziell in diesem scheinbar trivialen und für den Angeklagten (ein solider Ben Gazzara) ausweglosen Fall ist allerhöchstens Mittel zum Zweck, wird peripher tangiert, wenn sie überhaupt existiert, wenn sie nicht gar unmöglich daherkommt. Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist, dass Preminger am Ende tendenziell alles aufdeckt, von der nicht allzu rosigen Ehe von Opfer und Täter bis hin zu bestimmten Vorurteilen, aber jene letztendliche Wahrheit, essentielle Fakten oder dergleichen bewusst umgeht. Wir als Zuschauer müssen akzeptieren: Eine eindeutige Lösung gibt es nicht, das Puzzle bleibt lückenhaft, die Wahrheit relativ, selbst der Überraschungszeuge repräsentiert nichts als weitere Spekulationen, Mutmaßungen und Beschuldigungen ohne sonderliches Gewicht. Umso anerkennenswerter, dass Preminger zwar dem Zuschauer von Anfang an suggeriert, wie der Fall wohl ausgehen könnte, er jedoch so meisterlich an den Konventionen vorbei inszeniert, dass die gelegentlichen Vorhersehbarkeiten nicht weiter auffallen.



"Anatomie eines Mordes"
skizziert also nicht die Tat per se (da sie ja ohnehin eindeutig erscheint), sondern eher die Unschlüssigkeiten eines Mordprozesses mit seinen mindestens genauso widersprüchlichen Figuren, sodass man unter anderem auf den großen Knall am Ende vergeblich wartet. Selbst die beiden Schlussplädoyers werden konsequent vernachlässigt. Aus dem zynischen, geschliffenen, brillanten Drehbuch kristallisieren sich eine Menge an außergewöhnlich getimten Wortgefechten und menschlichen Minidramen heraus. Und wer genau hinschaut, wird erkennen, dass Preminger ungeachtet seines ernsten Themas, abseits aller rhetorisch-eloquenten Kreuzverhöre, immer wieder erfrischend humoristische Elemente einstreut. So gilt beispielsweise die augenzwinkernde Debatte mit dem Richter um den für damalige Zeiten schlüpfrigen Begriff "Höchschen" (auch der Begriff Orgasmus fällt mehrmals) während des laufenden Prozesses (!) oder um den richtigen Köder beim Angeln als Highlights, die so wohldosiert eingestreut werden, dass sie überhaupt nicht lächerlich erscheinen. Allenfalls beim Hund als Zeugen übertreibt es Preminger mit der Komik. Darüber hinaus strengt sich der Altmeister auch seitens der Optik an, sein Werk möglichst spektakulär aus der Masse konkurrierender Genrefilme heraus zu transferieren. Die Kamera ist so unauffällig, dass sie fast nicht präsent zu sein scheint, der Soundtrack setzt sich aus pulsierenden Jazz-Klängen aus der Feder von Duke Ellington zusammen (der außerdem einen Cameo zum Besten geben darf), obligatorische Rückblenden: Fehlanzeige. "Anatomie eines Mordes" ist klar strukturiert mit dem steten Verlangen, einfache Lösungen zu verweigern. Einzig die enorme Lauflänge sorgt für Leerlauf innerhalb exemplarischer Szenen mal hier und mal da, so wie beim endlosen (Schlüssel-)Verhör zwischen Laura Manion und Claude Dancer (fies und genial: George C. Scott), da Laura ihre Geschichte der Vergewaltigung mehr oder weniger bereits kurz nach Beginn des Films Paul Biegler (James Stewart) erzählt hat. Weniger repetitive Charakteristika der Akteure wäre hier definitiv mehr gewesen.

Von virtuosem Dialogkino mal ganz abgesehen, bekommt der Zuschauer eben auch virtuoses Schauspielkino geboten. Der Cast ist bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt. Unserer Held wird von James Stewart ambivalent und ziemlich ironisch verkörpert, der auf gewohnt lässige, besonnene Art den schlauen, kalkulierenden Fuchs mimt, aber auch nicht vor unsauberen Methoden zurückschreckt und sich gelegentlich – der Ausweglosigkeit belastender Indizien wegen - in spaßige, bewusst überzeichnete Attitüden und emotionale Ausbrüche rettet, was einen fundamentalen Reiz des Films ausmacht. Großartig, wenn er als "kleiner Anwalt vom Lande" stets in die Ecke gedrängt wird. Man könnte unterm Strich gar konstatieren, dass diese hier zu einer seiner reifsten Darstellungen avancierte. Er, dieser gerissene Provinzanwalt mit dem Glauben, dass die Ansage vom Richter an die Geschworenen, einen Teil der Aussage nicht weiter zu beachten, auch bloß nicht aus den Köpfen rückgängig gemacht werden kann (interessante Randnotiz und böser Seitenhieb auf das teilweise absurde Justizsystem), steht zwei (diesmal sehr intelligenten) Staranwälten gegenüber. Glänzend insbesondere das Duell zwischen Biegler und Dancer zum Beispiel in jener Szene, als Dancer Biegler dessen Sicht auf den Zeugen versperrt. Bisweilen artet diese Verhandlung in der Tat, wie im Film postuliert, in eine hysterische "Schulhofdebatte" aus. Dann wären da noch die ungemein komplex porträtierte, erotisch aufgeladene und mit endlosen Gegensätzen – in Kleidung und Verhalten; demnach ein Wechselspiel von Schein und Sein - behaftete Laura Mannion (schlicht überragend: Lee Remick) und der zutiefst humanistische Richter (Joseph N. Welch), der im wirklichen Leben abseits jeglicher Schauspielerei ebenfalls mit dem Beruf des… Richters kokettiert.



Fazit

"Anatomie eines Mordes" ist wunderbare schwarz/weiß-Nostalgie in bedrückendem Raum. Etwas anstrengend, ja, aber nicht zuletzt der Andersartigkeit und des dichten Drehbuchs wegen packend. Dies ist keine idealistische Abhandlung über Gerechtigkeit, wo nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit siegen kann, kein Film, der plakative Effekte bedient, wo die Grenzen zwischen gut und böse klar auszumachen sind, stattdessen angesichts seiner flüssigen Rededuelle, seinen Stars und seiner fast nihilistischen Betrachtungs- und Arbeitsweise auf eine nicht immer überzeugende Justiz und einigen nicht immer moralisch einwandfreien Vertretern dieser, gleichermaßen etwas fürs Auge wie auch für den Verstand bietet. Geeignet für alle Dialogfans, Sprachfanatiker und cineastischen Klassikerfreaks.

7,5/10

Sonntag, 24. Januar 2010

TV-Tipps vom 25.01. bis zum 31.01.2010



  • MONTAG, 25.01.2010
"James Bond – 007 jagd Dr. No" / "Liebesgrüße aus Moskau" [20:15 Uhr / 22:30 Uhr, Kabel]

Pünktlich zum (unbeliebten) Wochenauftakt gibt es auf Kabel ein locker-flockiges Double Feature des britischen Geheimagenten mit der Lizenz zum Totschießen. "Dr. No" hält sich als erster Film der Franchise logischerweise zurück, wenn es darum geht, technischen Schnickschnack aus dem Ärmel zu zaubern, umso schöner dann der zweite Film, "Liebesgrüße aus Moskau". Politisch, dramatisch, spannend, exotische Locations und mindestens genauso exotische Girls. Legendär die Zugprügelei, unvergessen Lotte Lenya und Robert Shaw. Die Erkenntnis beider Bond-Abenteuer: Sean Connery ist nach wie vor, ungebrochen, der beste James Bond-Darsteller aller Zeiten. Punkt.

"Con Air" [22:15 Uhr, ZDF]

Repräsentiert, wer hätte es gedacht, mit all seinen Trivialitäten und kitschigen Grausamkeiten einen echten Bruckheimer-Film. Dennoch: Spaß macht's, vor allem mit Malkovich und Buscemi. "He's got the whole world, in his hands…"

"Am Ende kommen Touristen" [00:14 Uhr, ZDF]

Auf den freue ich mich schon, seit dem ich letzte Woche gelesen habe, dass "Am Ende kommen Touristen" endlich im TV ausgestrahlt wird. Aus deutschen Landen zwar und beschissene Zeit, aber sowohl C.H. als auch Kaltduscher sind begeistert. Mein ganz persönliches Highlight.
  • DIENSTAG, 26.01.2010
"Fargo – Blutiger Schnee" [22:35 Uhr, Tele 5]

Ich liebe die Coens und muss daher zusehen, dass ich Zeit für ihren neuen Film im Kino finde. Zu einem ihrer bekanntesten Werke, "Fargo – Blutiger Schnee", hab' ich vor langer, langer Zeit mal geschrieben: "[…] pointiertes, intelligentes, kultiges Krimidrama, welches sich durch seinen lakonischen Humor, überzeugenden Darstellern, seines anrührenden Porträts von Mensch und Land und einer optisch einwandfreien Visualisierung auszeichnet. […]"

"Kafka" [22:45 Uhr, RBB]

Fragwürdig, ob sich gerade bei Soderbergh kafkaeskes Kino herauskristallisieren kann, wenn er sich an dem Meister höchstpersönlich versucht. Wohl irgendwo zwischen dem Prozess, dem Schloss und eigener film noir-Interpretation. Spitze zumindest die Besetzung so auf den ersten Blick. Wird vorgemerkt.

"Liam" [00:00 Uhr, SWR]

Bemerkenswert schöner, tieftrauriger und ausgesprochen komplexer Film aus dem Blickwinkel eines 7-jährigen Jungen erzählt, der die Arbeiterklasse der 30er-Jahre schonungslos und zutiefst menschlich schildert, ohne in Sentimentalitäten zu verfallen. Abgesehen von ein paar Längen ein veritables Sozialdrama.
  • MITTWOCH, 27.01.2010
"Mr. und Mrs. Bridge" [23:00 Uhr, RBB]

Ja, eine stinknormale Familie mit erheblichem Konfliktpotenzial, wo sich Problem an Problem an Problem aneinander reiht, in England. Kennt man schon. Ist auch gut gemeint, aber letztlich ziemlich ermüdend.
  • DONNERSTAG, 28.01.2010
"Van Helsing" [20:15 Uhr, VOX]

Ähm, Stephen, ist das dein Ernst?

"Fateless – Roman eines Schicksalslosen" [23:10 Uhr, MDR]

In jeglicher Hinsicht misslungenes Zeitdokument des Romans von Literaturnobelpreisträger Imre Kertész. Neben der schwülstigen Musik (Ennio Mirricone?!) wirkt besagtes Holocaust-Drama vor allem schrecklich gezwungen, plakativ auf Kullertränen getrimmt und durch sein CGI-Action-Brimborium erheblich… gekünstelt denn authentisch. Das ist in Anbetracht eines solch' sensiblen Themas mehr als ärgerlich.
  • FREITAG, 29.01.2010
"Hellboy" [20:15 Uhr, Pro 7]

Puh, keine Ahnung, konnte ich irgendwie noch nie leiden, was weniger an Ron Perlman respektive dem großen, knallroten Mann mit den lässigen onelinern liegt, als vielmehr an Del Toro selber, dessen Filme, dessen Inszenierungsstil per se mir noch nie zusagten. Optisch zwar eigenwillig und durchaus kreativ gestaltet, aber unterm Strich belanglos und langweilig. Da ziehe ich andere Comicverfilmungen vor.

"Sinn und Sinnlichkeit" [20:15 Uhr, Das 4.]

Kitschig, schnulzig, aber von Ang Lee. Und somit gut. Detailgenaue Kostüme, bildgewaltige Landschaften und ein Hauch von Poesie lassen "Sinn und Sinnlichkeit" zu einem unterhaltsamen Ausflug in eine längst vergangene Epoche avancieren. Zudem spielt Kate Winslet mit. Yeah!

"Verflucht" [22:25 Uhr, Pro 7]

Wenn es denn unbedingt Craven und Williamson sein muss, dann bitte zu "Scream" greifen. Hier geht den beiden nämlich schon nach kurzer Zeit die Luft aus. Oder wie es so herrlich die New York Times in Worte gekleidet hat: "Der Film ist nicht so schlecht, dass du ihn verfluchst, aber du musst lachen, wenn du eigentlich schreien sollst und du rollst mit den Augen, wenn du eigentlich lachen sollst."
  • SAMSTAG, 30.01.2010
"Beim Sterben ist jeder der Erste" [21:40 Uhr, Tele 5]

Extrem spannender Psychothriller, Abenteuerfilm, Backwood in einem, der mehr kulturkritische Töne anschlägt und innere Abgründe beleuchtet, als die obligatorische Überlebensaction zu bedienen. Hinzu kommt der Beweis, dass Burt Reynolds tatsächlich professionell schauspielern konnte. Schon der grandiosen Banja-Sequenz wegen ein Muss. Toll.

"Die Brücke am Kwai" [1:55 Uhr, Kabel]

Weiterer Klassiker von David Lean. Kann ich mir immer wieder anschauen, da zeitlos und kein bisschen gealtert.
  • SONNTAG, 31.01.2010
"The Scorpion King" [20:15 Uhr, RTL]

Man nehme die Idee zu einem Rip-Off der ohnehin nicht sonderlich anspruchsvollen Mumien-Filme, baut hier und mal da ein paar Klischees ein, die allseits bekannten ägyptischen Schauwerte, schmeißt zugleich einen Helden in die - human ausgedrückt: Handlung - rein, der vor Schweiß triefenden Muskeln fast auseinander platzt, einen lächerlichen Gegner, ein bisschen Kampfgetöse hier (das aber deutlich zu unblutig geraten ist), ein bisschen Machosprüche-Rausposaunen da, pubertären Humor dort, die Figurenzeichnung lassen wir gleich weg (ist ja nur zusätzlicher Ballast), verquirlt alles zu einem unlogischen, zu einem vorhersehbaren Ganzen, fertig ist "The Scorpion King". Oder so ähnlich.

"Barfly" [21:00 Uhr, Arte]

Nicht so sehr der Handlung dieses grimmigen "Trinkerfilms" wegen, eher des grandiosen actings Mickey Rourkes (in einer höchst anspruchsvollen Rolle) und Faye Dunaways sollte man einen Blick wagen, geschweige denn ihn sich einschenken.

"Im Vorhof der Hölle" [23:00 Uhr, NDR]

Hervorragend schmutzige Milieustudie, angesiedelt in einem nicht minder dreckigen New York. Dazu Penn, Oldman, Ed Harris, Morricone. Passables Mafiakino.

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Weitere TV-Tipps oder alles, was damit zusammenhängt:

Freitag, 22. Januar 2010

Filmzitat der Woche: "Die üblichen Verdächtigen"




"Beim Kaffeeplücken damals in Guatemala, da haben wir immer frischen Kaffee gemacht. Direkt vom Baum meine ich. Der war gut. Der hier ist scheiße, aber ich bin ja hier bei der Polizei."

Kevin Spacey alias Roger 'Verbal' Kint in Bryan Singers "Die üblichen Verdächtigen" / "The Usual Suspects" [USA 1995]

Donnerstag, 21. Januar 2010

News: Kinostarts - 21.01.2010



--->"Surrogates - Mein zweites Ich" [USA 2009 / Sci-Fi-Thriller]

--->"A Serious Man" [USA 2009 / Drama]

--->"La Vida Loca - Die Todesgang" [E, MEX, F 2008 / Doku]

--->"Privatunterricht" [B, F 2008 / Drama]

--->"Same Same But Different" [D 2010 / Romanze]

--->"Vorstadtkrokodile 2" [D 2010 / Komödie]

--->"Wenn Liebe so einfach wäre" [USA 2009 / Romanze]

Sonntag, 17. Januar 2010

TV-Tipps vom 18.01. bis zum 24.01.2010



  • MONTAG, 18.01.2010
SPORT: "Australian Open" [ab 9:00 Uhr täglich, Eurosport]

Das erste Grand Slam-Turnier des Jahres in Melbourne. Bei den Männern wird der Sieger aber dennoch festsehen, respektive wird aus zweien entschieden werden, was dem Ganzen ein wenig die Spannung nimmt.

"Zeit der Zärtlichkeit" [20:15 Uhr, Arte]

Mit Oscars und Preisen überhäufter Schmachtfetzen der glorreichen 80er, in dem sich allerdings Dramatik und Komödie erstaunlich konstant halten. Und Jack Nicholson sowie Danny DeVito spielen auch mit. Grund genug.

"Instinkt" [20:15 Uhr, Kabel]

Wenn wir schon bei Schmachtfetzen sind. Anthony Hopkins als (überzeugender) Anthropologe, der einem Affen zu Anfang des Films gar nicht mal so unähnlich sieht. Cuba Gooding jr. ist zwar toll, aber im Kern evoziert "Instinkt" nicht viel mehr als banale Zivilisationskritik, überschäumenden Kitsch, eine Prise Knast, schmalzige Musik und einen Touch "Einer flog über das Kuckucksnest". Leider ziemlich öde.

"Predator" [22:35 Uhr, Kabel]

"Du blutest." – "Ich habe keine Zeit zu bluten." Wenn das nicht cool ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Natürlich heftig gekürzt.

"Fellinis Casanova" [22:52 Uhr, MDR]

"Casanova" hat nicht mehr viel mit der Historie gemein und bläht sich stattdessen zu einer grotesken Theaterveranstaltung auf, bei der Fellini seine dekadente Gesellschaft fast schon karikiert. Bombastisch ausgestattet, optisch angesichts surrealer Bilder beeindruckend inszeniert, vermag der Schocker vor allem einen dunklen Casanova (Donald Sutherland) zu porträtieren, der paradoxerweise ohne Romantik auskommt. Film als vollendete Kunst. Abermals.
  • DIENSTAG, 19.01.2010
DOKU: "Fidel Castro hautnah" [20:15 Uhr, Arte]

Vielversprechende Doku auf Arte. Regisseur und Satiriker Karl Zéro zeichnet mit teils bisher unveröffentlichtem Archivmaterial das Leben von Kubas bedeutendstem Mann nach. Seine bissige Bush-Abrechnung war ja auch nicht von schlechten Eltern. Wird eingeschaltet.

"Die Ritter der Tafelrunde" [00:20 Uhr, ARD]

Mittelalter war noch nie mein bevorzugtes Metier; da will sich bei mir stets ein unterschwelliges Gefühl der Langeweile bemerkbar machen. Für alle anderen ist narrativ jedoch alles drin, was man sich zu der Thematik wünschen kann – in Cinemascope, wohlgemerkt.

"Young Adam" [00:40 Uhr, ZDF]

Düstere, sperrige, mitunter sehr melancholische und vorzüglich gespielte Verfilmung der Skandalvorlage Alexander Trocchis im Gewand eines psychologischen film noirs. Kann seine ein, zwei Längen nicht abschütteln, aber eine kleine, feine Produktion zum Weiterempfehlen bleibt allemal.
  • MITTWOCH, 20.01.2010
DOKU: "Shoah" / 1. Teil [20:15 Uhr, Arte]

Ja, keine Ahnung, ob das was ist. Über vier Stunden geschichtliche Aufarbeitung des Holocaust klingt eigentlich recht spannend. Vielleicht hat die Dokumentation schon einer gesehen?

"Ring – Das Original" [22:25 Uhr, 3 SAT]

Baut im Gegensatz zum größtenteils auf Schauwert getrimmten amerikanischen Original noch eine richtig gruselige Atmosphäre auf. Mit effektivem Sounddesign, Schnitt, verstörender Kamera. Angenehmer Psychothriller. Die Asiaten haben's eh drauf.

"Flucht aus L. A." / "Die Klapperschlange" [22:55 Uhr / 1:00 Uhr, Kabel]

Carpenters düstere Zukunftsvision im Doppelback, unglücklicherweise - betrachtet man zumindest die Erscheinungstermine - in verkehrter Reihenfolge. Letzteren mag ich vor allem des Soundtracks und Kurt Russels wegen, obschon ich nicht unbedingt sagen will, dass „Die Klapperschlange“ die Jahre hinweg gut überstanden hat ("The Fog – Nebel des Grauens" lässt grüßen) und das größte Highlight aus dem Hause des Regisseurs verkörpert. Ersteren mag ich gar nicht.

"Fellinis Stadt der Frauen" [00:35 Uhr, ARD]

Wie schon an anderer Stelle gesagt, kenne ich nur sehr wenig von Fellini. Der hier gehört dazu. Prisma schreibt immerhin: "Federico Fellinis surrealer Bilderbogen ist ein Abgesang auf den Mann, der die Frauen liebt, und der auf seiner Suche nach dem idealen Geschöpf nur seiner eigenen Lächerlichkeit begegnet. Macho Marcello Mastroianni (in einer Paraderolle) taucht hier in die Welt der Feministinnen und erlebt in einer Traumreise sein 'Blaues Wunder'. In aufwändigen und phantastischen Bildern zeigt Altmeister Fellini die Situation eines traditionellen Frauenhelden angesichts der fortschreitenden Emanzipation der Frau."
  • DONNERSTAG, 21.01.2010
"Pearl Harbor" [20:15 Uhr, VOX]

Wenn die Mülltonne noch halbwegs leer und in greifbarer Nähe rumsteht, dann… ab damit. Argh.

"Der Elefantenmensch" [1:20 Uhr, ARD]

David Lynch in Hochform. Sein Plädoyer für Menschlichkeit und Toleranz im viktorianischen Zeitalter ist ebenso ergreifend wie superb. John Hurt, grandios. Klebrige Sentimentalitäten, auf gar keinen Fall. Meisterwerk, unbedingt.
  • FREITAG, 22.01.2010
"In der Hitze der Nacht" [23:15 Uhr, WDR]

Anfangs als konventionelle Mörderjagd konzipiert, verkörpert der Film vielmehr ein mutiges Essay über Rassismus. Poitiert und Steiger glänzen im Duell. Zweifelsohne ein Klassiker. Ein spannender, fintenreicher, vielschichtiger, in dem Norman Jewisen nicht per se die Vorurteile des weißen Mannes in den Vordergrund rückt, auch des schwarzen.

"Unknown" [00:30 Uhr, Pro 7]

Irgendwie irgendeiner dieser in letzter Zeit doch zunehmend beliebten Independent-Thriller, wo Überraschung an Überraschung an Twist an Turn folgt. Eine Prise Tarantino. "Cube". "Saw". Hab' ich nicht gesehen. Scheint aber nichts Besonderes zu sein. Verbessert mich, wenn ich falsch liege.
  • SAMSTAG, 23.01.2010
"Hollow Man – Unsichtbare Gefahr" / "Hollow Man 2" [22:00 Uhr / 23:55 Uhr, Pro 7]

Doppelpack zum Zweiten. Erster ist Trash, der für Verhoeven-Verhältnisse schwach ist, da er lediglich auf der audiovisuellen Ebene funktioniert, aber dennoch gewisse Unterhaltungswerte tangiert. Zweiter ist Daily-Soap-Trash par excellance, der überhaupt keine Unterhaltungswerte tangiert.

"Under Fire" [23:15 Uhr, NDR]

Politthriller mit Nick Nolte und nicht so viel Action, wie man vielleicht annehmen könnte. Außerdem verhältnismäßig gut von der Kritik aufgenommen. Der Spiegel lässt sich zu einem Fazit hinreißen: "Listig hat Regisseur Spottiswoode seinen Film wie durch das spähende Auge des Fotoreporters gedreht. Subtil wie Russell und mutig Schritt für Schritt ändert der Film im Lauf der Handlung seine Meinung und ergreift Partei für die Sandinisten."
  • SONNTAG, 24.01.2010
"Poseidon" [20:15 Uhr, RTL]

Das Remake des gleichnamigen Klassikers aus den 70er-Jahren. Petersen wartet mit beeindruckender Technik auf, letztlich überflutet er jedoch sein Drehbuch mit Klischees und Stereotypen, Geschrei sowie nervigem Herumrennen auf dem Schiff. Inhaltlich total hohl und bemerkenswert bekloppt. Da ist es nur gerecht, dass der Film an den Kinokassen abgesoffen ist.

DOKU: "Marilyns letzte Sitzung" [21:50 Uhr, Arte]

Schöne, aufschlussreiche Doku über Marilyns Monroes mysteriösen Tod. Verschwörungsexperten werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen.

"The Getaway" [23:00 Uhr, NDR]

In Relation zum soliden, aber nicht überragenden Peckinpah-Original natürlich überflüssig. Trotzdem braucht das Remake nicht sonderlich viel Zeit, um in Fahrt zu kommen, und der Cast ist nicht der allerschlechteste. Kann man schmerzfrei goutieren.

"Der Tod und das Mädchen" [00:20 Uhr, Tele 5]

Klaustrophobisches Kammerspiel von Altmeister Roman Polanski, wo sich Sigourney Weaver und Ben Kingsley nervenaufreibend duellieren. Eigenwillige Geschichte, eigenwillige Stimmung und die typischen Polanski-Bilder. Stark.

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