Montag, 28. Juli 2014

"Planet der Affen: Revolution" / "Dawn of the Planet of the Apes" [USA 2014]


Was macht Gary Oldman, der lauthals plärrende Führer, der deprimierte Anführer, der bebrillte Laudator, nachdem der Strom angeknipst wurde? Er hechtet zum Tablet, einschalten, Internet, Faceboo… nein: Familienbilder aufm Bildschirm glotzen und zwischendrin 'ne Heulattacke. "Planet der Affen: Revolution" für bare Münze nehmen? Nein, denn zu groß die Idiotie, zu klein das ironische Gegenlesen. Des Films (unabsichtliche) Komik ist exquisit – unerwartet und erst dann exquisit, wenn eine das Herz des Publikums bombardierende Theatralik gezuckerter Affenromantik kulminiert. Da braucht es auch einen fiesen "Affen-Rambo", der als alleiniger Delinquent mit Schießeisen und Raketenwerfer durch das Schlachtfeld galoppiert, sich an einen Panzer hängt und wutentbrannt wie Schwarzenegger schnauft. Exquisit, die Komik. Gern wiederholt. Aber Matt Reeves (Filmografie: affengruselig) schnieke geklammertes Sequel zum Prequel darf sich einem Vergleich zum Überraschungsvorgänger sowieso nicht hingeben. Sein IQ ist bis auf ein paar herzbewegend humanistische Querschläge in allen Belangen unterlegen – Affen-Slapstick, Munitionsverschwendung, Soap-Gemütlichkeit, durchschaubar abzielend auf ein sensationsunterfüttertes Auge-gegen-Auge-Duell. "Planet der Affen: Revolution" möchte sein Universum nicht konkretisieren, weswegen die raugestimmte Authentizität einer dreckbefallenen Dystopie weichgespülte Schauspieler hervorbringt, die, frisch rasiert, Zähne geputzt, gebügelte Kleidung, fremdkörperhaft um Facetten abseits des Offenkundigen buhlen. Zugegeben: Unlogik darf kein Gradmesser sein, Abscheu zu artikulieren. Solange sie uns kopfschüttelnd kichern lässt.   

4.5 | 10

Sonntag, 27. Juli 2014

Fernsehtipps Film (28.07. - 03.08.2014)


MONTAG, 28.07.2014

"Accident - Mörderische Unfälle"
[00:00 Uhr, ARD]
(HK 2009 | Pou-Soi Cheang)

"Broadway Danny Rose" [00:30 Uhr, Tele 5]
(USA 1984 | Woody Allen)

"Sudden Death" [01:00 Uhr, RTL II]
(USA 1995 | Peter Hyams)

"Convoy" [03:55 Uhr, Tele 5]
(USA 1978 | Sam Peckinpah) 

"In guten Händen" [20:15 Uhr, Arte]
(GB, F, D, LUX, CH 2011 | Tanya Wexler)

"Wasser für die Elefanten" [20:15 Uhr, ARD]
(USA 2011 | Francis Lawrence)

"Good Night and Good Luck" [22:45 Uhr, WDR]
(USA, F, GB, J 2005 | George Clooney)

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DIENSTAG, 29.07.2014

"The Birdcage - Ein Paradies für schräge Vögel" [03:50 Uhr, Tele 5]
(USA 1996 | Mike Nichols)

"Wahre Lügen - Where the Truth Lies" [20:15 Uhr, Tele 5]
(CDN, GB 2005 | Atom Egoyan)

"Einer mit Herz" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 1982 | Francis Ford Coppola)

"In den Süden" [21:50 Uhr, ZDF Kultur]
(F, CDN 2005 | Laurent Cantet)

"Du hast es versprochen" [23:00 Uhr, ZDF]
(D 2012 | Alex Schmidt)

"Havanna Blues" [23:50 Uhr, BR]
(E, KUBA, F 2005 | Benito Zambrano)

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MITTWOCH, 30.07.2014

"Mein Glück" [01:20 Uhr, Arte]
(NL, D, UKR 2010 | Sergei Loznitsa)

"Louise Wimmer" [20:15 Uhr, Arte]
(F 2011 | Cyril Mennegun) 

"The Untouchables - Die Unbestechlichen" [22:40 Uhr, Kabel]
(USA 1987 | Brian De Palma)

"Fabian" [22:55 Uhr, BR]
(BRD 1980 | Wolf Gremm)

"Die Hindenburg" [23:15 Uhr, HR]
(USA 1975 | Robert Wise)

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DONNERSTAG, 31.07.2014

"Sublime - Der Höllentrip" [00:15 Uhr, Tele 5]
(USA 2007 | Tony Krantz)

"Road to Perdition" [01:25 Uhr, Kabel]
(USA 2002 | Sam Mendes)

"Wilde Kreaturen" [20:15 Uhr, ZDF NEO]
(GB, USA 1997 | Fred Schepisi, Robert Young)

"Skin - Schrei nach Gerechtigkeit" [22:25 Uhr, 3sat]
(GB, SAFR 2008 | Anthony Fabian)

"Puppe" [23:50 Uhr, Arte]
(CH, D 2013 | Sebastian Kutzli)

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FREITAG, 01.08.2014

"Mordanklage" [01:45 Uhr, ARD]
(I 1972 | Mauro Bolognini)

"Der Börsenhai" [20:15 Uhr, Arte]
(F 2012 | Claire Devers)

"Zwölf Runden" [20:15 Uhr, RTL II]
(USA 2009 | Renny Harlin)

"Young Guns" [22:20 Uhr, Servus TV]
(USA 1988 | Christopher Cain)

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SAMSTAG, 02.08.2014

"Gewagtes Spiel" [01:15 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1992 | Alan J. Pakula)

"RoboCop" [01:15 Uhr, ARD]
(USA 1987 | Paul Verhoeven; gekürzt?)

"Clockwise - In letzter Sekunde" [20:15 Uhr, Servus TV]
(GB 1986 | Christopher Morahan)

"Projekt: Peacemaker" [22:25 Uhr, Sat. 1]
(USA 1997 | Mimi Leder)

"Rocky Balboa" [23:00 Uhr, ZDF]
(USA 2006 | Sylvester Stallone)

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SONNTAG, 03.08.2014

"Angst und Schrecken in Las Vegas" [00:35 Uhr, WDR]

(USA 1998 | Terry Gilliam; Kinofassung?)

"Kopfüber in die Nacht" [02:20 Uhr, ZDF]
(USA 1985 | John Landis)

"Gnadenlos" [03:20 Uhr, RTL II]
(USA 1986 | Richard Pearce)

"Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA 2011 | Bennett Miller)

"Alexander" [20:15 Uhr, Pro 7 Maxx]
(I, GB, F, NL, USA, D 2004 | Oliver Stone; Kinofassung)

"Die Truman Show" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 1998 | Peter Weir)

"Mord im Spiegel" [20:15 Uhr, 3sat]
(GB 1980 | Guy Hamilton) 

"Candy - Reise der Engel" [22:10 Uhr, Tele 5]
(AUS 2006 | Neil Armfield)

"Angeklagt" [22:45 Uhr, Sixx]
(USA 1988 | Jonathan Kaplan)

"Gefährliche Brandung" [22:50 Uhr, RTL II]
(USA 1991 | Kathryn Bigelow)

"Maos letzter Tänzer" [23:55 Uhr, ARD]
(AUS 2009 | Bruce Beresford)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

Freitag, 25. Juli 2014

Serien: "Strike Back" - (Cinemax-)Staffel 1 [GB 2011]


[...] Nichtsdestoweniger nimmt sich "Strike Back", als britischer Actionsnack, nicht die ganze Dauer über das Recht heraus, das Geschehen ideologisch stierköpfig zu leiten. Michael Stonebridge (Kind oder Krieg: Philip Winchester) und Damien Scott (adrenalinempfindlich, sexualrebellisch: Sullivan Stapleton) decken ein dualistisches Persönlichkeitsduo ab. Ihre kompetent akzentuierten Kalauer (einschließlich: "Arschloch"), während sie warten, schießen, ficken und an ihren trügerischen Hoffnungen festhalten, brechen den Weltschmerz auf, in dem diese beiden ungleichen Soldaten, abgestimmt mit dem scheckig-schattigen Intro, durch ein mörderisch rotes, mörderisch blutiges Flammen- und Körpergliedmaßenmeer waten. [...] Aufgeteilt in fünf kleinere, mal mehr ("Die Killermiliz"), mal weniger ("Tödliches Kommando") stürmisch deklinierte, körperliche 90-Minuten-Filme in annähernd allen Pulverfässern des Kontinents, müssen Stonebridge und Scott an den unvorhersehbaren Hindernissen vorbei, an tickenden Superbomben und promiskuitiven Terroristinnen. Ihre ausgefallenste Szene verzeichnet die erste (Cinemax-)Staffel auf einem Minenfeld, sobald Wagners "Walkürenritt" ein klingelndes Handy ankündigt. Stillgestanden. [...]


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Mittwoch, 23. Juli 2014

"Viel Lärm um Nichts" / "Much Ado About Nothing" [USA 2012]


[...] Wenn Whedon demnach Shakespeare adaptiert, dann findet selbstredend der Kanon ausgewiesener Elemente zueinander, die auch seine Serien zusätzlich bereicherten: vorgetäuschte Tode, neckische Liebeleien, egozentrische Allüren, tückische Machtspiele und von Zweifeln übersäte Ressentiments, schlicht die Kühn- und Verlogenheit, sich eine Maske aufzusetzen. Statt für Fox und Marvel zu arbeiten, verwirklicht Whedon erstmalig aus Eigeninteresse und -nutzen einen Stoff, der in seinen Händen zum formalästhetischen Komplementärprinzip gerinnt: "Viel Lärm um Nichts" ist eher spröde, weltfremd, methodisch. Was in "Buffy", "Angel" und "Firefly" leise angedeutet wurde, belegt dieser Film, indem sein Interieur – innerhalb weniger Tage drehte Whedon "Viel Lärm um Nichts" in seinem eigenen Anwesen – es verlangt, im engen Raum arbeiten zu müssen und ihn dialogreich zu füllen. Als Dirigent, der seine Figuren anweist, bewegt und platziert, eignet sich Whedon. Trotz dem anfänglichen Gefühl, durch stilistische Mittel wie dem Drehen ohne Farbe einem allzu prätentiösen, altklugen Habitus aufzusitzen, nutzt er den Raum, um ihn mit Spiegeln und Fenstern zur Projektionsfläche seiner uneindeutigen Figuren umzufunktionieren, die voneinander nicht fliehen können. In einer Szene umarmt Benedick (Denisof) die sich vor ihm gedeihende Natur – aber er bleibt ein Sklave des Raums, die Umarmung eine Verzweiflungstat, der Außendreh entrückt. [...]


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Montag, 21. Juli 2014

"Dressed to Kill" [USA 1980]


Hitchcock nannte sie despektierlich die "Wahrscheinlichkeitskrämer". Die Wahrscheinlichkeitskrämer würden an "Dressed to Kill" verzweifeln: Auch bei Brian De Palma, hier: Hitchcock-Epigone, geht es um keine Geschichte, die mit kausalen Verbindungsstücken erzählt, sondern um eine, die illustriert. Da passt diese eine Szene, als Angie Dickinson (ebenso anbetungswürdig: Dennis Franz als polizeilicher Blindgänger) durchs Museum rast, um ihren One-Night-Stand einzuholen. Mit wie viel Verve die Bilder tänzeln, an Objekten kleben und voyeuristisch belagern, stehen bleiben und vorwärts preschen, wie zwei Autos, die sich belauern, bevor sie beschleunigen. "Dressed to Kill" ist tatsächlich ein Besuch in einer Kunstgalerie. An den Wänden sehen wir einzelne zusammengestellte Gemälde und Geschichten, filmisch stellvertretend für unabhängige Sequenzen und narrativ entkoppelte Situationen. Zwischen sexualpsychologischer Giallo-Eleganz (Pino Donaggio seift mit wonnigen Klängen ein) und extensivem Suspense (unglaublich: die U-Bahn-Verschachtelung) gilt "Dressed to Kill" als einer von De Palmas formalistischsten Bewegungsthrillern, der in einer lustbetont-selbstzerstörerischen Symphonie (Sex als Surrogat für das Vorspiel des Mordens) mit Schmackes, Spucke und Schmuddel durch Abschnitte einer bedrohlichen Fleischesschau g(e)leitet und im Bildwinkel das Ausschlaggebende festhält. Seine Unterkühltheit, Erotik, Spannung, Miträtseln einem Ausstoß an geschniegelten Kameraperspektiven zu opfern, darf man De Palma vorwerfen, aber seine ichbezogenen Feinjustierungen erlauben andererseits ein munteres Figurengeplänkel bis zum Funkeln. 

7 | 10

Sonntag, 20. Juli 2014

Fernsehtipps Film (21.07. - 27.07.2014)


MONTAG, 21.07.2014

"Sie küssten und sie schlugen ihn"
[00:20 Uhr, Tele 5]
(F 1959 | François Truffaut)

"Prometheus - Dunkle Zeichen" [01:10 Uhr, Pro 7]
(USA, GB 2012 | Ridley Scott; diesmal ungekürzt!)

"Rose Bernd" [02:30 Uhr, ARD]
(BRD 1957 | Wolfgang Staudte)

"Der Gott des Gemetzels" [20:15 Uhr, ARD]
(F, D, PL, E 2011 | Roman Polanski)

"Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" [20:15 Uhr, Anixe]
(BRD 1957 | Kurt Hoffmann)

"Den Seinen gibts der Herr..." [20:15 Uhr, Arte]
(F 1963 | Jean-Pierre Mocky) 

"Ganz oben links" [21:35 Uhr, Arte]
(F, LUX 2010 | Angelo Cianci)

"Am Ende einer Flucht" [22:45 Uhr, WDR]
(CDN, F, GB 2003 | Norman Jewison)

"Eine neue Chance" [23:40 Uhr, MDR]
(USA, GB 2007 | Susanne Bier)

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DIENSTAG, 22.07.2014

"Persepolis" [00:35 Uhr, WDR]
(F, USA 2007 | Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi)

"Mad Max" [02:30 Uhr, Kabel]
(AUS 1979 | George Miller; gekürzt)

"Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding" [20:15 Uhr, Tele 5]
(D 1999 | Peter Thorwarth)

"Emma" [20:15 Uhr, ZDF Kultur]
(GB, USA 1996 | Douglas McGrath)

"Poison" [23:40 Uhr, ZDF Kultur]
(USA 1990 | Todd Haynes)

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MITTWOCH, 23.07.2014

"Ronin" [00:20 Uhr, ZDF]
(USA, GB 1998 | John Frankenheimer)

"Séraphine" [00:25 Uhr, BR]
(F, B 2008 | Martin Provost)

"Jeder stirbt für sich allein" [00:50 Uhr, ARD]
(BRD 1976 | Alfred Vohrer)

"Crash Site / My_Never_Ending_Burial_Plot" [01:05 Uhr, ZDF Kultur]
(D, Ö 2010 | Constance Ruhm)

"Blue Heat - Einsame Zeit für Helden" [02:20 Uhr, 3sat]
(USA 1990 | John Mackenzie)

"Black Rainbow" [04:00 Uhr, 3sat]
(GB 1989 | Mike Hodges)

"Catch Me If You Can" [20:15 Uhr, Sat. 1]
(USA, CDN 2002 | Steven Spielberg)

"Breakdown" [22:45 Uhr, Kabel]
(USA 1997 | Jonathan Mostow)

"...und jeder sucht sein Kätzchen" [22:55 Uhr, Arte]
(F 1996 | Cédric Klapisch)

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DONNERSTAG, 24.07.2014

"Collateral" [00:40 Uhr, Kabel]
(USA 2004 | Michael Mann)

"Der Trip" [01:05 Uhr, HR]
(USA 1967 | Roger Corman)

"Tage des Donners - Days of Thunder" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 1990 | Tony Scott)

"Der Vater" [22:10 Uhr, Arte]
(F 2013 | Christophe Charrier)

"Familiengrab" [22:25 Uhr, 3sat]
(USA 1976 | Alfred Hitchcock)

"Crime Is King" [22:35 Uhr, Kabel]
(USA 2001 | Demian Lichtenstein)

"Das weiße Band" [23:35 Uhr, MDR]
(D, Ö, F, I 2009 | Michael Haneke)

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FREITAG, 25.07.2014

"Cop Land" [20:15 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1997 | James Mangold)

"Dunckel" [20:15 Uhr, ZDF Kultur]
(D 1998 | Lars Kraume)

"Kopfgeld: Ein Dollar" [22:15 Uhr, Servus TV]
(I, E 1966 | Sergio Corbucci; gekürzt?)

"Tödliche Entscheidung" [22:35 Uhr, 3sat]
(USA, GB 2007 | Sidney Lumet)

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SAMSTAG, 26.07.2014

"Erdbeben" [02:10 Uhr, ZDF]
(USA 1974 | Mark Robson)

"Keiner killt so schlecht wie ich" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 1971 | Elaine May)

"The Social Network" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA 2010 | David Fincher)

"El Perdido" [22:20 Uhr, RBB]
(USA 1961 | Robert Aldrich)

"Lockout" [22:35 Uhr, RTL]
(F 2012 | James Mather, Stephen St. Leger)

"Butterfly Effect" [22:50 Uhr, Pro 7]
(USA 2004 | Eric Bress, J. Mackye Gruber; Kinofassung)

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SONNTAG, 27.07.2014

"Der Sohn des Waffenmachers" [00:35 Uhr, WDR]

(AUS, PAK 2007 | Benjamin Gilmour)

"I, Robot" [20:15 Uhr, RTL]
(USA, CDN 2004 | Alex Proyas)

"Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige" [20:15 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 1985 | Jack Lee Thompson)

"Der Diktator" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA 2012 | Larry Charles)

"The Devil's Double" [22:00 Uhr, Pro 7]
(B, NL 2011 | Lee Tamahori)

"The Informers" [22:35 Uhr, Tele 5]
(USA, D 2008 | Gregor Jordan)

"Einen Whiskey als Kopfgeld" [23:30 Uhr, RBB]
(E, I 1968 | Mario Caiano)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

Freitag, 18. Juli 2014

"Auf der Jagd" / "U.S. Marshals" [USA 1998]


Ein Abschreiben, eine Nacherzählung, ein Herunterbeten: "Auf der Jagd" ist "Auf der Flucht", in schlechter. Noch einmal durchquert ein Unschuldiger (ein schaler Harrison-Ford-Ersatz: Wesley Snipes) das halbe Land, um auf eigene Faust (und Waffengewalt) die Schuld einem anderen zuzuschieben – mit angehängtem Epilog, in dem sich das verdeckt haltende Böse offenbart. Naturgemäß überreizt "Auf der Jagd" als ausschlachtende Fortsetzung seinen Lärm. Nicht mehr im Philanthropischen und Flirrenden ist diese zuhause, sondern gewichtet, kommerziell gezielt, offenkundigen Oberflächenpomp ganz anders, der einem gleichermaßen mit mehr Dampf aufgeblasenen Spionagekomplott (Twist-Impertinenz inklusive) zuarbeitet. Ob ein Flugzeugabsturz oder ein Sprung auf das Dach eines Zuges: Wie bereits im Vorgänger erfreut sich der Film neben seiner rohen Städtefotografie an seinen kaum digital verwässerten, wiewohl kenntnisreich ausgearbeiteten Stunts. Sonst aber wirkt "Auf der Jagd" massiger und  plumper, ist nicht mehr im roten Gaspedalbereich unterwegs, sondern in der verschwurbelten Berichterstattung über Details und Zusammenhänge involviert. Das Unvermutete, Bestimmte fehlt dem Film, das nach vorn Gerichtete. "Auf der Jagd" ist horizontal geworden, ein Stoppschild-Parcours. Gern schaut man allerdings einem bärbeißigen, schroffen Tommy Lee Jones ein zweites Mal bei allerhand cholerischen Krisensitzungen zu. Das verhilft dem Wiederholungsstück, das, Hand aufs Herz, sowieso keiner gebraucht hat, zur immerhin froh gestimmten, gefälligen 90er-Retroreise.

5 | 10

Mittwoch, 16. Juli 2014

"Auf der Flucht" / "The Fugitive" [USA 1993]


Dr. Kimble (familiäres Grinsen, unter Dauerstrom: Harrison Ford) in Handschellen. Er ist langsam. Hinter ihm ein entgleisender Zug. Dieser wird schneller. Sein eng miteinander in Beziehung gesetztes Kompositionsprinzip von Rausch und Stauung macht aus "Auf der Flucht" extraelegant pumpendes, nach wie vor zeitloses Genrekino, das auch von einem jungen Paul Greengrass stammen könnte: Andrew Davis' sensationell drückender, keuchender Fortbewegungsthriller ist zu allererst einmal ein Schnittfilm (Schmankerl: ein Schnitt vom Kuss zur Mund-zu-Mund-Beatmung), der seine Jagd in parallele, frenetische Takte schneidet, obwohl er sich die Freiheit nimmt, in dreckbefallenen, aber auch weitausholenden Interieurs nach Belieben zu drosseln, bis zur unheimlichen, mit Gefahr geschwängerten Stille. Die Technik der Fragmentierung, das Zusammenstellen und Einfangen von vorüberziehenden Spontanreaktionen, der obsessive, gehetzte Blick über die Schulter, beherrscht diesen Film, und hierbei ergibt er sich virtuos den flotten Schwingungen. Wenngleich das Drehbuch (David Twohy) von keiner konfusen Verschwörungsseifenoper ablassen kann (Resultat: Mann gegen Mann, Einzelner gegen ein System) und fortwährend verwinkelt erzählen will, formt "Auf der Flucht" obendrein Charaktere, von denen eine widersinnige Beschaffenheit von Empathie ausgeht. Tommy Lee Jones gestikuliert derb, unzugänglich und sarkastisch den wahnsinnigen "Leitwolf". Sobald er anfängt zu glauben, wird er menschlich(er), gefühlsbetonter. Die hieraus kippende intime Stimmung nimmt in Gänze gefangen.  

7 | 10

Sonntag, 13. Juli 2014

Fernsehtipps Film (14.07. - 20.07.2014)


MONTAG, 14.07.2014

"Headhunters" [00:40 Uhr, ARD]
(N, D, S, DK 2011 | Morten Tyldum)

"Der Preis" [02:20 Uhr, ARD]
(USA 1963 | Mark Robson)

"Paulette" [20:15 Uhr, ARD]
(F 2012 | Jérôme Enrico)

"Der Name der Leute" [20:15 Uhr, Eins Fest.]
(F 2010 | Michel Leclerc)

"Stau" [20:15 Uhr, Arte]
(I, F, D, E 1979 | Luigi Comencini)

"Rubber" [22:00 Uhr, Arte]
(F 2010 | Quentin Dupieux)

"The Raven" [22:15 Uhr, ZDF]
(USA, UNG, E 2012 | James McTeigue) 

"Predator" [22:25 Uhr, Kabel]
(USA 1987 | John McTiernan)

"The American" [22:45 Uhr, WDR]
(USA 2010 | Anton Corbijn)

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DIENSTAG, 15.07.2014

"Die Killer-Brigade" [00:20 Uhr, WDR]
(USA 1989 | Andrew Davis)

"Dr. T and the Women" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA, D 2000 | Robert Altman)

"Todesschüsse am Broadway" [20:15 Uhr, Anixe]
(BRD 1969 | Harald Reinl)

"Garten der Lüste" [20:15 Uhr, ZDF Kultur]
(E 1970 | Carlos Saura)

"Rabia - Stille Wut" [22:00 Uhr, ZDF Kultur]
(MEX, E, KOL 2009 | Sebastián Cordero)

"Sightseers" [22:25 Uhr, Servus TV]
(GB 2012 | Ben Wheatley)

"Hierro - Insel der Angst" [23:30 Uhr, ZDF Kultur]
(E 2009 | Gabe Ibánez)

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MITTWOCH, 16.07.2014

"David Copperfield" [03:45 Uhr, 3sat]
(USA 1935 | George Cukor)

"Kinder haften für ihre Eltern" [20:15 Uhr, Arte]
(F 2001 | Pascal Thomas)

"Lars und die Frauen" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 2007 | Craig Gillespie) 

"Best Exotic Marigold Hotel" [20:15 Uhr, Sat. 1]
(GB 2011 | John Madden)

"Sommer vorm Balkon" [22:15 Uhr, RBB]
(D 2005 | Andreas Dresen)

"Das andere Ufer" [23:15 Uhr, Arte]
(GEOR, KAS 2009 | George Ovashvili)

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DONNERSTAG, 17.07.2014

"Kopfgeld - Perrier's Bounty" [01:00 Uhr, HR]
(IRL, GB 2009 | Ian Fitzgibbon)

"Eine Frau ist eine Frau" [01:55 Uhr, ARD]
(F, I 1961 | Jean-Luc Godard)

"Operation Walküre" [20:15 Uhr, VOX]
(USA, D 2008 | Bryan Singer)

"Gekaufte Freunde" [22:15 Uhr, Arte]
(F 2013 | Gaëtan Bevernaege)

"Die Macht des Schicksals" [22:25 Uhr, 3sat]
(MEX, USA 2007 | Jieho Lee) 

"Le Fils de l'Autre - Der andere Sohn" [23:15 Uhr, WDR]
(F 2012 | Lorraine Lévy)

"Villa Jasmin" [23:35 Uhr, Arte]
(F 2008 | Férid Boughedir)

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FREITAG, 18.07.2014

"Scream 2" [02:10 Uhr, Kabel]
(USA 1997 | Wes Craven)

"Master and Commander: Bis ans Ende der Welt" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA 2003 | Peter Weir)

"Iron Sky" [20:15 Uhr, RTL II]
(FIN, D, AUS 2012 | Timo Vuorensola)

"Geronimo - Eine Legende" [22:15 Uhr, Servus TV]
(USA 1993 | Walter Hill)

"Der Eindringling" [22:35 Uhr, 3sat]
(B 2005 | Frank van Mechelen)

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SAMSTAG, 19.07.2014

"Die Nordsee von oben" [20:15 Uhr, Arte]
(D 2013 | Christian Wüstenberg, Silke Schranz)

"Marvins Töchter" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 1996 | Jerry Zaks)

"Quellen des Lebens" [20:15 Uhr, ARD]
(D 2013 | Oskar Roehler)

"Mona Lisa" [22:00 Uhr, Servus TV]
(GB 1986 | Neil Jordan)

"Long Weekend" [22:40 Uhr, Pro 7]
(USA 2008 | Jamie Blanks)

"Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" [23:45 Uhr, Tele 5]
(GB, USA 2005 | Tim Burton)

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SONNTAG, 20.07.2014

"The Fall" [00:15 Uhr, WDR]

(USA, IND, GB 2006 | Tarsem Singh)

"Ein Köder für die Bestie" [03:05 Uhr, ZDF]
(USA 1962 | Dee J. Thompson)

"Reality Bites - Voll das Leben" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 1994 | Ben Stiller)

"Der menschliche Makel" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA, D, F 2003 | Robert Benton)

"Resurrecting the Champ" [20:15 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 2007 | Rod Lurie) 

"Black Snake Moan" [22:25 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 2006 | Craig Brewer)

"Dog Pound" [22:30 Uhr, Tele 5]
(F, CDN, GB 2010 | Kim Chapiron)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

Freitag, 11. Juli 2014

"Transformers: Ära des Untergangs" / "Transformers: Age of Extinction" [USA 2014]


Sie laufen über schlaff gespannte (Alien-)Seile zur kristallerleuchteten Fassade des Wolkenkratzers, Mark Wahlberg, Tochter, Freund. Nicht hinabstürzen, sachte einen Schritt vor den anderen setzen. Obwohl der monumental abkatografierte Raum für Michael Bay, im vierten Ableger der "Transformers"-Reihe (Zielgruppe: äh) mehr denn je, zerstört werden und sich das Bild zersetzen muss mit schillernden Funken und sich überschlagenden Stoffüberresten, ist diese Szene anders: Sensation aus fragilen Bewegungsmustern. Aber bei Bay funktioniert diese (ja, leider: dialogzugepflasterte und deshalb spannungsgehemmte) Szene nicht, und "Transformers: Ära des Untergangs" funktioniert nicht gänzlich als unersättlicher Bilderstürmerfilm, weil Bay wieder glaubt, epochal erzählen zu müssen, sich an viel zu vielen Zwischenstopps aufhält und nicht seiner Werbeclipdramatisierung glauben will, die, nebst schmachtenden Rocksongs und salbungsvollem Familienpathos, dazu erbaulicher Sonnenlichtschatten, eine sinnlich-inszenierungslebendige, romantisch-staubige Amerika-Ikonografie einebnet. Ungeachtet eines unnötigen Neustarts, der sich aber angesichts der bodenständigeren, vergnügten Besetzung (Großmaul Stanley Tucci) als auch einer Abschwächung jener fetischisierten Zoten tatsächlich frischer anschaut (erst dritte oder vierte Großaufnahme: der Arsch Nicola Peltz' im Einstellungswinkel), kopiert Bays letzte Franchise-Abhandlung allerdings die unansehnlichen Ablagerungen der Trilogie, wenn Fantasielust Überwindung kostet, dort zu bleiben, wo man sich freiwillig hineingeworfen hat: in der Überlappung der Überladung, im Materialmatsch allerorts ausbrechender Fetzen. Ein Monster, das bezwingt werden will.

4.5 | 10