Freitag, 20. November 2009
Donnerstag, 19. November 2009
News: Kinostarts - 19.11.2009
--->"Gesetzt der Rache" [USA 2009 / Thriller]
--->"66/67 - Fairplay war gestern" [D 2009 / Milieustudie]
--->"Another Glorious Day" [D 2009 / Antikrieg]
--->"Bandaged" [D, USA 2009 / Psychodrama]
--->"Das gelbe Segel" [USA 2008 / Drama]
--->"Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte" [D 2009 / Doku]
--->"Die Unwertigen" [D 2009 / Doku]
--->"Host & Guest" [ROK 2005 / Drama]
--->"Liebe Mauer" [D 2009 / Drama]
--->"Paranormal Activity" [USA 2007 / Psychothriller]
--->"Tannöd" [D 2009 / Krimi]
--->"This Is Love" [D 2009 / Psychothriller]
--->"Wenn e. v. u. stirbt, geh ich n. Paris" [D, NL 2008 / Drama]
--->"Wen wir zusammen sind" [F 2008 / Tragikomödie]
--->"66/67 - Fairplay war gestern" [D 2009 / Milieustudie]
--->"Another Glorious Day" [D 2009 / Antikrieg]
--->"Bandaged" [D, USA 2009 / Psychodrama]
--->"Das gelbe Segel" [USA 2008 / Drama]
--->"Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte" [D 2009 / Doku]
--->"Die Unwertigen" [D 2009 / Doku]
--->"Host & Guest" [ROK 2005 / Drama]
--->"Liebe Mauer" [D 2009 / Drama]
--->"Paranormal Activity" [USA 2007 / Psychothriller]
--->"Tannöd" [D 2009 / Krimi]
--->"This Is Love" [D 2009 / Psychothriller]
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--->"Wen wir zusammen sind" [F 2008 / Tragikomödie]
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Mittwoch, 18. November 2009
"Das Appartement" / "The Apartment" (USA 1960)
Story:
C. C. Baxter ist Angestellter einer Versicherungsgesellschaft. Für eine Beförderung ist er bereit, sein Appartement seinen Vorgesetzten zu überlassen, damit diese ihren zahlreichen Affären ungestört nachgehen können. Als der Firmenchef Mr. Sheldrake nach dem Appartementschlüssel fragt, bekommt Baxter schließlich die ersehnte Beförderung. Allerdings muss er feststellen, dass ausgerechnet seine heimliche Geliebte Miss Kubelik mit Sheldrake ein Verhältnis hat - in seinem Apartment. Die Situation ändert sich dramatisch, als Baxter Miss Kubelik in seinem Schlafzimmer bewusstlos vorfindet, den Bauch voll Schlaftabletten...
Kritik:
Auf den ersten Blick könnte man "Das Appartement" sicherlich als leichtfüßige, beschwingte und warmherzige Liebeskomödie klassifizieren, ohne die Schönen und Erfolgreichen in den Vordergrund zu rücken oder gar das Klischee des sich anfangs nur schwer respektierenden Standard-Liebespaars zu bedienen, die durch konstruierte Schicksalswendungen irgendwie doch herausfinden, dass sie füreinander bestimmt sind. Nein, "Das Appartement" profitiert von der Ehrlichkeit seines Drehbuchs und porträtiert echte Menschen in echten Situationen. Die skurrile Handlung – ein Angestellter vermietet seinen Kollegen regelmäßig sein Appartement – ist unrealistisch wie ein völlig an den Haaren herbei gezogenes Grundgerüst. Trotzdem entwickeln Wilder und sein langjähriger Drehbuchautor I. A. L. Diamond eine mit Witz und Esprit versehene respektive eine ausgesprochen vielschichtige Story drum herum, welche keinesfalls so absurd daherkommt, als die Ausgangssituation vielleicht suggeriert. Im Gegenteil, es ist bemerkenswert, welchen ernsten Ton dieser Film aus dem Hause Wilder tatsächlich anschlägt. Der Humor, er ist allerhöchstens peripher vorhanden und entspringt dem Latenten, verzichtet auf laute Lacher. Die Dialoge, geschliffen wie eh und je, aber nicht vor Wortspielen berstend wie in anderen Werken des Altmeisters. Die Drehorte, mit ziemlich genau drei Umgebungen – das titelgebende Appartement von innen und außen, ein Versicherungsgebäude sowie ein chinesisches Restaurant – minimalistisch denn üppig. Die visuellen Effekte, ein kraftvoller Soundtrack: Fehlanzeige, ja, beinah wertlos für Wilder, weil es ohnehin nicht seiner Intention entspricht. Trotz alledem wäre Billy Wilder bekanntlich nicht Billy Wilder, wenn er es bei dieser überschaubaren Inszenierung einer simplen Beziehungskiste belassen würde.
Wie einst in des Regisseurs selbstreflexivem film noir-Meisterwerk "Boulevard der Dämmerung" geht es summa summarum auch hier der feinen, gutbürgerlichen Gesellschaft an den Kragen, indem ihr abermals der moralische Spiegel vorgehalten und somit die Illusion eines scheinbar perfekten Lebens zerstört wird. Eine Illusion dahingehend, dass das ganze Arbeitsleben in besagter Versicherung nichts weiter als einem trostlosen Konglomerat aus Telefonieren und Fahrstuhlfahren gleicht, in dem jeder Mitarbeiter anonym bleibt, denn aus der Masse heraussticht. Jeder arbeitet jeden Tag an seinem speziellen Schreibtisch, in Reih und Glied, nach genau kalkuliertem Plan. Jeder Tag ist wie der andere im (Arbeits-)Leben von unseren beiden Protagonisten C. C. Baxter (Jack Lemmon) und Fran Kubelik (Shirley MacLaine). Jeden Tag aufs Neue benutzt man die Fahrstühle und lässt sich zu den verschiedenen Etagen fahren, eben die ewig gleiche monotone Prozedur, zu jeder Zeit. Es scheint, als ob ein kleines Büro oder die damit verbundene Beförderung zu einer möglicherweise besseren Position der einzige Ausweg ist, um seine Identität innerhalb dieses Gebäudes wiederzuerlangen. Allerdings lässt Wilder mit fortlaufender Zeit diese von der Außenwelt abgeschottete Fassade bröckeln, wenn er Baxter und Kubelik, zwei einsame Menschen auf der untersten Karriereleiter kauernd und gefangen im Getriebe einer hochkomplexen Industriemaschinerie, zusammenführt und beide schließlich erkennen werden: Jetzt ist der Weg frei, sich gegen jenes herzlose Großstadtmoloch, in dem gnadenlos ausgenutzt und betrogen wird, zur Wehr zu setzen! Vorbei mit der Zeit, ein williger Untergebener, ein Opfer einer egoistischen Organisation zu sein. Vorbei mit dem Elend, dass die beiden schon viel zu lange mit sich herumgeschleppt haben.
Auf der anderen Seite Miss Kubelik, von einer exzellenten Shirley MacClane gespielt, die taffe Fahrstuhlfahrerin, missbraucht als Teilzeit-Seitensprung von Baxters Chef Sheldrake (großartig: Fred MacMurray). Sie versucht sich ständig einzubilden, dass Sheldrake sie liebt und mit ihm eine Zukunft hat, ohne zu ahnen, dass sie gewissermaßen nur die "schnelle Nummer" für zwischendurch ist. Mehr und mehr verzweifelt über das Dilemma kulminiert Frans krankhafte Liebe schließlich im versuchten Selbstmord. Sheldrake betrügt seine Frau nur des Spaßes wegen, Baxter geht ebenfalls mehrfach fremd; "Das Appartement" skizziert Männer, die vor nichts zurückschrecken, "Das Appartement" handelt von Figuren, die sich regelmäßig selbst betrügen, um sich ihr Leben auf ganz spezielle Weise zu erfüllen. Da ist es nur konsequent, dass am Ende nur ein Sieger hervorgeht: Billy Wilder. Er siegt moralisch über alle anderen, stellt ihr Verhalten bloß, ohne sie allerdings mit dem Hammer zu zerschlagen. Er lässt keinen Kollegen mehr Baxters Appartement betreten, Sheldrake verliert Fran, Sheldrake verliert seinen geschätzten Baxter, Sheldrake verliert vielleicht auch seine Frau, ebenso wie seine Sekretärin (Joan Shawlee), während unser Duo Fran und C. C. in einer der schönsten, lakonischsten, völlig unpathetischen Schlusseinstellung zumindest der Welt des falschen Scheins den Rücken kehren. Zwei Menschen, die ihn gefunden haben, den Ausweg und den Eingang zur wiederentdeckten Menschlichkeit. Ob sie zusammen kommen, wissen wir nicht. Wir können es nur erahnen. Auch der sonst so obligatorische Kuss bleibt aus. "Das Appartement" endet freundschaftlich, nüchtern. Billy Wilder bleibt seiner Linie treu, in dem er sich vergeblich zum Moralapostel stilisiert.
8/10
Tragikomödien sind ja immer so eine Sache, heikle Angelegenheiten sozusagen. Die meisten Regisseure haben versucht, anständige Genre-Beiträge auf die Leinwand zu schmettern, um letzten Endes grandios zu scheitern. Viele Filmemacher waren bemüht, veritable Genre-Beiträge auf Zelluloid zu bannen, um letzten Endes grandios zu scheitern, weil sie das als "einfach" kolportierte Genre unterschätzt haben. Die richtige Balance zwischen beiden Emotionen zu finden ist gewiss keine einfach zu handhabende Herausforderung, da sich beide Stimmungen ergänzen müssen. Es zählt das Miteinander. Die Kunst besteht eher darin, Tragik und Komik akzentuiert miteinander harmonieren zu lassen, um für die richtige Zusammensetzung von Melancholie und Comedy zu sorgen. Das ist es, was einige nicht verstanden haben – ihre Filme waren unausgeglichen und undifferenziert, weil sie zumeist den Anschein erweckten, dass sich Tragik und Komik gegenseitig im Weg standen, dass sie gewissermaßen nicht ineinandergriffen, sondern nebeneinander für sich allein existierten. "Das Appartement" jedoch ist einer dieser wenigen Kandidaten, bei denen die richtige Mischung impliziert ist. Kaum ein anderer als Billy Wilder konnte derartig virtuos eine charmante und zugleich intelligente Geschichte erzählen, die ungeachtet ihrer gesellschaftskritischen Seitenhiebe und satirischen Facetten vor allem eines evoziert: zutiefst menschliche Gefühle.
Auf den ersten Blick könnte man "Das Appartement" sicherlich als leichtfüßige, beschwingte und warmherzige Liebeskomödie klassifizieren, ohne die Schönen und Erfolgreichen in den Vordergrund zu rücken oder gar das Klischee des sich anfangs nur schwer respektierenden Standard-Liebespaars zu bedienen, die durch konstruierte Schicksalswendungen irgendwie doch herausfinden, dass sie füreinander bestimmt sind. Nein, "Das Appartement" profitiert von der Ehrlichkeit seines Drehbuchs und porträtiert echte Menschen in echten Situationen. Die skurrile Handlung – ein Angestellter vermietet seinen Kollegen regelmäßig sein Appartement – ist unrealistisch wie ein völlig an den Haaren herbei gezogenes Grundgerüst. Trotzdem entwickeln Wilder und sein langjähriger Drehbuchautor I. A. L. Diamond eine mit Witz und Esprit versehene respektive eine ausgesprochen vielschichtige Story drum herum, welche keinesfalls so absurd daherkommt, als die Ausgangssituation vielleicht suggeriert. Im Gegenteil, es ist bemerkenswert, welchen ernsten Ton dieser Film aus dem Hause Wilder tatsächlich anschlägt. Der Humor, er ist allerhöchstens peripher vorhanden und entspringt dem Latenten, verzichtet auf laute Lacher. Die Dialoge, geschliffen wie eh und je, aber nicht vor Wortspielen berstend wie in anderen Werken des Altmeisters. Die Drehorte, mit ziemlich genau drei Umgebungen – das titelgebende Appartement von innen und außen, ein Versicherungsgebäude sowie ein chinesisches Restaurant – minimalistisch denn üppig. Die visuellen Effekte, ein kraftvoller Soundtrack: Fehlanzeige, ja, beinah wertlos für Wilder, weil es ohnehin nicht seiner Intention entspricht. Trotz alledem wäre Billy Wilder bekanntlich nicht Billy Wilder, wenn er es bei dieser überschaubaren Inszenierung einer simplen Beziehungskiste belassen würde.
Denn dafür repräsentiert die sich durch den gesamten Film schlängelnde Romantik allenfalls ein nettes, kleines Gimmick für etwas viel Größeres. Wilder konterkariert auch hier mit des Zuschauers These, dass "Das Appartement" oberflächlich Screwball-Comedy sein will, im Kern jedoch äußert bissige wie scharfsinnige Gesellschaftsanalyse ist, in denen Menschen Menschen ausnutzen, in denen Menschen aus dem klassischsten Grund Menschen ausnutzen: aus Profit, um eigene Vorteile zu generieren. Menschlichkeit sollte man hier nicht erwarten, in diesem korrupten New York, Skrupel dann schon eher. Wilder hält unverblümt die Kamera auf diejenigen, die es mit der Moral nicht so ernst nehmen, ohne allerdings selber in affektierte Zeigefingereskapaden zu verfallen und den Lehrmeister zu spielen. Nein, Wilder kritisiert lediglich, er kritisiert konsequent und präzise, er macht sich sogar die Satire zu Nutze. Man schaue sich in dieser Hinsicht die eigentliche Versicherungsgesellschaft an, eine Art "Zuhause" für jeglichen Mitarbeiter und kompetenter Arbeitgeber, von Wilder ironischerweise mit dem Titel "Consolidated" versehen. Im Normalfall steht die Versicherung - wie es der Name bereits andeutet – für Sicherheit, für Sicherheit der Kunden, der Menschen, man versichert gegen alles Übel dieser Welt, gegen alle Risiken, damit sich die Menschen sicher fühlen, ohne aber zu wissen, dass es eine derartige Sicherheit nicht geben wird (kann).
Wie einst in des Regisseurs selbstreflexivem film noir-Meisterwerk "Boulevard der Dämmerung" geht es summa summarum auch hier der feinen, gutbürgerlichen Gesellschaft an den Kragen, indem ihr abermals der moralische Spiegel vorgehalten und somit die Illusion eines scheinbar perfekten Lebens zerstört wird. Eine Illusion dahingehend, dass das ganze Arbeitsleben in besagter Versicherung nichts weiter als einem trostlosen Konglomerat aus Telefonieren und Fahrstuhlfahren gleicht, in dem jeder Mitarbeiter anonym bleibt, denn aus der Masse heraussticht. Jeder arbeitet jeden Tag an seinem speziellen Schreibtisch, in Reih und Glied, nach genau kalkuliertem Plan. Jeder Tag ist wie der andere im (Arbeits-)Leben von unseren beiden Protagonisten C. C. Baxter (Jack Lemmon) und Fran Kubelik (Shirley MacLaine). Jeden Tag aufs Neue benutzt man die Fahrstühle und lässt sich zu den verschiedenen Etagen fahren, eben die ewig gleiche monotone Prozedur, zu jeder Zeit. Es scheint, als ob ein kleines Büro oder die damit verbundene Beförderung zu einer möglicherweise besseren Position der einzige Ausweg ist, um seine Identität innerhalb dieses Gebäudes wiederzuerlangen. Allerdings lässt Wilder mit fortlaufender Zeit diese von der Außenwelt abgeschottete Fassade bröckeln, wenn er Baxter und Kubelik, zwei einsame Menschen auf der untersten Karriereleiter kauernd und gefangen im Getriebe einer hochkomplexen Industriemaschinerie, zusammenführt und beide schließlich erkennen werden: Jetzt ist der Weg frei, sich gegen jenes herzlose Großstadtmoloch, in dem gnadenlos ausgenutzt und betrogen wird, zur Wehr zu setzen! Vorbei mit der Zeit, ein williger Untergebener, ein Opfer einer egoistischen Organisation zu sein. Vorbei mit dem Elend, dass die beiden schon viel zu lange mit sich herumgeschleppt haben.
Das Hauptdarstellergespann harmoniert nicht zuletzt seiner glänzenden schauspielerischen Leistungen perfekt miteinander. Jack Lemmon interpretiert seine Figur als hoffnungsloser Einzelgänger stimmig und mit Klasse. Er ist es, der stets nach seinen eigenen Vorstellungen handelt, auch wenn sie nicht immer ins Schwarze treffen, so trägt er letzten Endes immerhin einen kleinen Sieg davon. In den tragischsten Momenten, etwa beim Wiederbelebungsversuch seiner heimlichen Liebe Fran, nachdem sie Schlaftabletten geschluckt hat, oder der Schlüsselszene auf der Sylvesterparty, als die beiden Antihelden erstmals ihren gemeinsamen Weg vor sich sehen, da, wo alle anderen ihre verlogenen Vorsätze fürs neue Jahr bekunden, kann Wilder diesem Looser und Naivling lobenswerterweise zu jedem Zeitpunkt etwas Komisches (die amüsanten Slapstick-Einlagen) und Sympathisches abgewinnen, wodurch er dem Zuschauer ungeachtet seines moralisch fragwürdigen Verhaltens ausnahmslos als liebenswert erscheint, dem man die Daumen drücken muss und mit dem man ganz einfach mitfiebert. Sein Appartement gilt als enger, dunkler, abgeschlossener Raum, gleichermaßen aber auch als einziger Zufluchtsort vor der feindlichen, schmutzigen Welt da draußen. Für Privatsphäre ist dennoch kein Platz, ohne Rücksicht auf Verluste treten Tag für Tag, Woche für Woche die unterschiedlichsten Individuuen durch die Tür, allesamt große Fische eines renommierten Konzerns; Baxters Vorgesetzte de facto, die sein Appartement als Ort für ihre heimlichen Affären nutzen. Das Kuriose daran: Baxter lässt es sich anfangs gefallen, widerwillig. Zugunsten seiner Karriere und die Chance auf grenzenlosen Reichtum opfert er alles, inklusive dem Wichtigsten: seinem Privatleben. Es dauert lange, bis Baxter diese Behandlung, geschweige denn seine Ansichten einer kritischen Analyse unterzieht.
Auf der anderen Seite Miss Kubelik, von einer exzellenten Shirley MacClane gespielt, die taffe Fahrstuhlfahrerin, missbraucht als Teilzeit-Seitensprung von Baxters Chef Sheldrake (großartig: Fred MacMurray). Sie versucht sich ständig einzubilden, dass Sheldrake sie liebt und mit ihm eine Zukunft hat, ohne zu ahnen, dass sie gewissermaßen nur die "schnelle Nummer" für zwischendurch ist. Mehr und mehr verzweifelt über das Dilemma kulminiert Frans krankhafte Liebe schließlich im versuchten Selbstmord. Sheldrake betrügt seine Frau nur des Spaßes wegen, Baxter geht ebenfalls mehrfach fremd; "Das Appartement" skizziert Männer, die vor nichts zurückschrecken, "Das Appartement" handelt von Figuren, die sich regelmäßig selbst betrügen, um sich ihr Leben auf ganz spezielle Weise zu erfüllen. Da ist es nur konsequent, dass am Ende nur ein Sieger hervorgeht: Billy Wilder. Er siegt moralisch über alle anderen, stellt ihr Verhalten bloß, ohne sie allerdings mit dem Hammer zu zerschlagen. Er lässt keinen Kollegen mehr Baxters Appartement betreten, Sheldrake verliert Fran, Sheldrake verliert seinen geschätzten Baxter, Sheldrake verliert vielleicht auch seine Frau, ebenso wie seine Sekretärin (Joan Shawlee), während unser Duo Fran und C. C. in einer der schönsten, lakonischsten, völlig unpathetischen Schlusseinstellung zumindest der Welt des falschen Scheins den Rücken kehren. Zwei Menschen, die ihn gefunden haben, den Ausweg und den Eingang zur wiederentdeckten Menschlichkeit. Ob sie zusammen kommen, wissen wir nicht. Wir können es nur erahnen. Auch der sonst so obligatorische Kuss bleibt aus. "Das Appartement" endet freundschaftlich, nüchtern. Billy Wilder bleibt seiner Linie treu, in dem er sich vergeblich zum Moralapostel stilisiert.
Fazit:
Man kann über "Das Appartement" gerührt sein, man kann über diese bezaubernde Tragikomödie lachen und weinen, oder beides zugleich, aber auch seinen Hut davor ziehen, wie hervorragend Wilder den Spagat zwischen der bis zum Exzess geführten, zynischen Gesellschafts-/Moralkritik in Form einer bitteren Satire, ausgeweitet zur Groteske und herzerwärmender, melancholischer Lovestory zweier echter Helden meistert, ohne Klischees, ohne Kitsch und trotz aller inhaltlicher Schwere dieses ansonsten so kleinen Films universell in seiner Aussage.
8/10
Sonntag, 15. November 2009
TV-Tipps vom 16.11. bis zum 22.11.2009

- Montag, 16.11.2009
Mäßige Buchverfilmung nach Michael Crichton, welche durchaus Potenzial gehabt hätte. Wirkt für Richard Donner-Verhältnisse erstaunlich billig, lieb- und disziplinlos zusammengeschustert. Zu sehen bekommt man in dem Film lediglich eine Horde von Zeitreisenden, die durch Welten… zeitreist. Naja, zumindest gefällt die abschließende Actionsequenz. Immerhin etwas.
"…denn zum Küssen sind sie da" [22:15 Uhr, ZDF]
Nein, keine Romanze infantilen Ausmaßes, sondern ein Psychothriller konventioneller Natur. Irgendwo zwischen "Sieben" und "Das Schweigen der Lämmer" angesiedelt, ohne jemals an diese heranzukommen. Mal wieder geht es einem Serienkiller an den Kragen. Sehr berechenbar und inszenatorisch alles andere als spektakulär, erfüllt der Film ohne zu Zögern die Klischees des Genres. Da wirken selbst die Darsteller mit Morgan Freeman und Ashley Judd reichlich überfordert, von einem diabolischen Killer mal ganz abgesehen. "…denn zum Küssen sind sie da" will anscheinend zu viel, traut sich aber insgesamt zu wenig.
"Shining" [23:00 Uhr, Kabel]
Trotz häufiger Wiederholungen immer wieder erwähnenswert. Verdammt guter, da ungewöhnlich vielschichtiger Psychoflick von Meister Stanley. Jack Nicholson in der Rolle seines Lebens. Überdies die beste King-Verfilmung.
- Dienstag, 17.11.2009
Ebenfalls eine der recht ordentlichen Dracula-Adaptionen. Atmosphärisch, vorzüglich fotografiert, bei der ich allerdings nicht abschätzen kann, inwieweit der Film der Vorlage gerecht wird, da ich jene nie gelesen habe. Lee und Kinski erledigen den Rest.
"Harry und Sally" [23:50 Uhr, NDR]
Eine der berühmtesten Screwball-Komödien um den universellen Geschlechterkampf, der Film mit dem berühmtesten Filmstöhnen. Dank eines tollen Hauptdarstellerduos und so manch' kultigen Dialogzeilen samt trockenem Witz und viel pointiertem Humor zweifelsohne ein Klassiker. KLICK.
"Schmeiß' die Mama aus dem Zug!" [00:00 Uhr, SWR]
Wieder Billy Chrystel, diesmal in der komödiantischen Version von Hitchcocks "Der Fremde im Zug". Trifft meinen Humor nicht unbedingt, find' ich eher ideenlos und gelegentlich peinlich.
"Swingers – Ein moralisches Wochenende" [00:40 Uhr, ZDF]
Interessanter niederländischer Thriller-Mix aus Sex, Drama und seelischen Untiefen. Nach 'nen paar Sekunden des Recherchierens machte mich unter anderem diese Kritik vom Manifest neugierig. Wird programmiert.
- Mittwoch, 18.11.2009
Das Musical mit den vielen Oscarnominierungen und Golden Globes, erstmals im Free TV. Pendelt zwischen grottig und okay. Ansehen werde ich mir den bestimmt, um ein eigenes Bild zu bekommen, wobei die Besetzung mir ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei geht.
"Fantomas" [20:15 Uhr, Das 4.]
Louis de Funés als cleverer Gangster im französischen Klassiker, dessen Rolle ihm zu seinem Durchbruch verholfen hat. Köstliche Persiflage, amüsant wie temporeich in Szene gesetzt. Sollte man als Fan des Grimassenschneiders gesehen haben, auch wenn mir die "Gendarmen-Filme" noch ein Stück weit besser gefallen.
- Donnerstag, 19.11.2009
Ausgezeichnete King-Verfilmung. Sauber gespielt, ohne hektische Dramaturgie. Ungeachtet der störenden Mystery-Anteile ist Frank Darabont ein ergreifender Kommentar gegen die Todesstrafe gelungen. Wer bei dem Film nicht weint, besteht aus Metall.
"Donnie Darko" [21:00 Uhr, Arte]
Da brauchen wir uns, glaube ich, nicht zu unterhalten. Verwirrend, aber betörend schön. Kinofassung wird übrigens gesendet.
"Gefährliche Züge" [00:50 Uhr, Arte]
Es geht hier zwar auch um Schach, was aber nicht zwangsläufig heißen muss, dass der Streifen deswegen langweilig ist und mein Verlangen abnimmt, einen Blick zu riskieren. Film-Dienst schreibt: "Ambitionierter, um Originalität bemühter Polit-Thriller; geschickt und einfallsreich inszeniert, überwiegend eindringlich gespielt. Dennoch fehlt es ihm etwas an Spannung und Suspense, weil er allzu planmäßig angelegt ist."
- Freitag, 20.11.2009
Bays "anspruchsvollstes" Popcornkino. Leider verkommt die an und für sich gar nicht mal so abstruse Klon-Geschichte mehr und mehr zu einem Bay'schen Hochglanzgewitter mit Verfolgungen, Stunts und Action, um am Ende zum großen Happy End auszuholen. Das sieht zwar alles fantastisch aus, das hört sich auch gut an, wirkt aber zutiefst gezwungen und unnütz. Vor allem die Johansson und so einige Schnitzer des Drehbuchs trüben das Gesamtbild dieses ansonsten kurzweiligen Streifens, den man sich an einem Freitagabend summa summarum genehmigen kann.
"Volver - Zurückkehren" [23:15 Uhr, WDR]
Weil ich den fantastischen Film vor kurzem gesehen habe und mit der Meinung des Autors von vorn bis hinten d'accord gehe: KLICK.
"Ultraviolet" [20:15 Uhr, Pro 7]
Kunterbunter Sci-Fi-Schrott, der sich so anfühlt wie ein LSD-Trip und nicht mal Spaß macht. Fürchterlich in jeglicher Hinsicht.
- Samstag, 21.11.2009
Wesley Snipes als Blutsauger in glänzendem Leder. Wirkt heute aufgrund der unzureichenden CGI-Mätzchen etwas in die Jahre gekommen, verliert sich zudem in Oberflächlichkeiten, trotzdem mag ich ihn ganz gern – die Discosequenz ganz zu Anfang ist ja sowas von cool. Aber: Die ausgestrahlte Fassung ist nach wie vor gekürzt. Da frage sich einer, warum "Blade" immer noch aufm Index steht.
"Meine teuflischen Nachbarn" [20:15 Uhr, RTL II]
Eine der wenigen Tom Hanks-Komödien, die man sich ohne große Nebenwirkungen genehmigen kann. Mit viel schwarzem Humor und urkomischen Szenen wird das Spießbürgertum kritisiert respektive so richtig auf die Schippe genommen. Macht Laune.
"Arthur und die Minimoys" [20:15 Uhr, Sat. 1]
Inhaltich belangloser und kaum ideenreicher, optisch ansehnlicher Fantasy-Cocktail aus Real- und Animationsfilm. Schön, dass sich Luc Besson nach Jahren der Abstinenz wieder auf den Regiestuhl setzt. Schade, dass er diesmal derart daneben gegriffen hat. Er sollte sich wieder seinen Profikillern zuwenden.
- Sonntag, 22.11.2009
Narrativ maßlos überfrachteter und stellenweise penetrant kitschiger dritter Raimi-Ausflug ins Comic-Universum. Audiovisuell allerdings eine Augenweide. Besser als Teil 1, schlechter als Teil 2.
"Der Baader Meinhof Komplex – Teil I" [20:15 Uhr, ARD]
Würde mich durchaus interessieren, aber eine Bernd Eichinger-Produktion? Gab auch genügend Leute, die sich über den Film ausgekotzt haben. Vielleicht wähle ich lieber die Variante, mich mittels eines guten Buches über die Ereignisse aufklären zu lassen.
"Avanti, Avanti!" [00:20 Uhr, SWR]
[…] "Betörende Bilder voller Sonne, Wasser und Softdrinks, so ausgefeilt geschrieben wie sympathisch altmodisch inszeniert, das ist sie, Wilders Ode an die Liebe einerseits, an gegenseitiges Verstehen andererseits. Das ist es, das vollkommen unterschiedliche Verhältnis gesellschaftlicher und kultureller Natur zwischen zwei aufeinanderprallenden Ländern sowie des Regisseurs augenzwinkernde, mancherorts gar satirische Abrechnung mit der amerikanischen Gier nach Größe, die sich schnell in latenter Arroganz bemerkbar macht." […]
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Freitag, 13. November 2009
Filmzitat der Woche: "Das Appartement" (1960)
"Was haben Sie?" - "Der Spiegel, er hat einen Sprung." - "Ich weiß. Er passt zu mir, weil er mich so zeigt, wie ich mich fühle."
Shirley MacClane alias Fran Kubelik & Jack Lemmon alias C. C. 'Bud' Baxter in Billy Wilders "Das Appartement" / "The Apartment" [USA 1960]
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Filmzitat der Woche
Donnerstag, 12. November 2009
News: Kinostarts - 12.11.2009
--->"2012" [USA, CDN 2009 / Weltuntergangsaction]
--->"Ganz nah bei dir" [D 2009 / Romanze]
--->"Hachiko - E. wunderbare Freundschaft" [USA 2009 / Drama]
--->"Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" [USA 2009 / Satire]
--->"Love Happens" [USA, CDN 2009 / Romanze]
--->"Mitgefühl, Weisheit und Humor" [D 2008 / Doku]
--->"Résiste - Aufstand der Praktikanten" [D 2009 / Komödie]
--->"The Invisible Frame" [D 2009 / Dokuessay]
--->"The Man from London" [H, F, D 2007 / Psychodrama]
--->"Ganz nah bei dir" [D 2009 / Romanze]
--->"Hachiko - E. wunderbare Freundschaft" [USA 2009 / Drama]
--->"Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" [USA 2009 / Satire]
--->"Love Happens" [USA, CDN 2009 / Romanze]
--->"Mitgefühl, Weisheit und Humor" [D 2008 / Doku]
--->"Résiste - Aufstand der Praktikanten" [D 2009 / Komödie]
--->"The Invisible Frame" [D 2009 / Dokuessay]
--->"The Man from London" [H, F, D 2007 / Psychodrama]
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Kinostarts
Sonntag, 8. November 2009
TV-Tipps vom 09.11. bis zum 15.11.2009

- Montag, 09.11.2009
Sehr kurzes Frühwerk Hitchcocks, dessen Film seinerzeit der zynischen Narration und der kühlen Atmosphäre für Furore sorgte. Nichtsdestoweniger kann man des Altmeisters begnadete Inszenierungskunst und das Spiel gegen die Klischees und Konventionen bereits hier erahnen, wenn nicht sogar eindeutig nachweisen. Vollkommen in Ordnung.
"Halloween H20" [22:25 Uhr, Kabel]
Siebtes Sequel der Reihe mit dem Wahnsinnigen in der weißen Maske – oder doch eher Prequel? Egal, überraschend solide Unterhaltung. Wirklich überraschend. Trotz, dass die Curtis mal wieder das Massaker überlebt, brilliert der Film vor allem durch eine gewisse Eigenständigkeit, in dem er einige neue Aspekte dem "Halloween"-Universum hinzudichtet, dabei aber nicht mit Atmosphäre und Spannung geizt. Mal sehen, wer hier außerdem Josh Hartnett entdeckt, in seinem Schauspieldebüt.
- Dienstag, 10.11.2009
Die unendlich humorlosere und damit unendlich ödere Version eines "Armageddon – Das jüngste Gericht" respektive des Weltuntergangs. Bezeichnend, dass die einzig interessante Szene jene ist, als es schon zum Ende hin zugeht. Der Rest ist langatmiges Schlaftabletten-Kino. Aber wie.
"Hearts in Atlantis" [20:15 Uhr, Tele 5]
Stephen King-Verfilmung. Durch Anthony Hopkins großartigem acting und der ansprechenden Inszenierung alles in allem zufriedenstellend, ohne wirklich in tiefgründige Gefilde vorzudringen. Zudem passiert an einigen Stellen überhaupt nichts. Wo Regisseure wie Stanley Kubrick und Sergio Leone das mit schicken Einstellungen und exquisiter Musikauswahl zu kompensieren wussten, wirkt das hier nur nervig.
"Wege zum Ruhm" [20:15 Uhr, Das 4.]
Apropos Stanley Kubrick: "Wege zum Ruhm" – schonungslose, pessimistische und psychologische Anklage gegen die Verbrechen des Krieges und des Militärs. Sehr prägnant in der Bildersprache (darunter die Kubrick’sche formale Zweiteilung) und gerade zum Ende hin sehr ergreifend und humanistisch. Da soll mir noch einer sagen, dass Kubrick nicht menschlich sein, geschweige denn inszenieren kann.
"Die ins Gras beißen" [22:10 Uhr, Das 4.]
Oh, der ist mir nicht bekannt. Kriegsfilm von Don Siegel aus den 60ern mit Steve McQueen. Laut Wikipedia soll sich den Film wohl der mutmaßliche Mörder von John F. Kennedy, Lee Harvey Oswald, kurz vor seiner Verhaftung im Texas Theatre/Dallas angesehen haben. Die Cinema konstatiert: "Albtraumhafter, schonungsloser und realitätsnaher Kriegsfilm." Ist vorgemerkt.
- Mittwoch, 11.11.2009
Nicht unbedingt ein guter Altman, bei dem man zwar den Anschein hat, dass es hier niemals so enden wird, wie eigentlich gedacht, doch leider tritt Selbiges genauso ein. Die Handlung wird mit fortlaufender Spielzeit immer konstruierter, um brav auf das scheinbare happy ending des Helden zuzusteuern. Nein, Altman und Grisham, von dem die Vorlage stammt, passen nicht zusammen. Da mag der Cast mit einem Kenneth Branagh und einem gewohnt selbstironischen Robert Downey Jr. zu gefallen, zu klein und zu glanzlos sind auch ihre vom mittelmäßigen Drehbuch vorgesehenen Rollen dennoch.
- Donnerstag, 12.11.2009
The greatest action movie ever made. Definitiv James Camerons transzendierendes Meisterwerk.
"Die den Tod nicht fürchten" [00:35 Uhr, ARD]
Schlichtes, spannendes wie audiovisuell passables See- und Krimidrama. Den Rest erledigen Cary und Charlton. Sollte ursprünglich von Hitchcock verfilmt werden, doch der hatte sich lieber mit dem unsichtbaren Dritten herumgeschlagen.
- Freitag, 13.11.2009
Bizarre Alptraumreise in den Kopf eines Serienkillers. Seltsamerweise ist es dann auch das Einzige, was der Film zu bieten hat. Und J. Lopez kann nach wie vor nicht schauspielern, gut aussehen tut sie außerdem nicht. Gekürzt.
- Samstag, 14.11.2009
Hab' ich noch nicht gesehen, wird aber mal in den Tipps erwähnt. Film-Dienst schreibt: "Eine ihrer komplexen episodenhaften Vorlage nur bedingt gerecht werdende, aber eindringlich inszenierte und hervorragend gespielte Verfilmung der Tagebücher des Schriftstellers und Musikers Jim Carroll. Durch die nur halbherzige Verlegung der Handlung aus den 60er Jahren in die Gegenwart verliert der Film an Authentizität."
"Spider-Man" [20:15 Uhr, Pro 7]
Dass Horrorikone Sam Raimi zur unblutigen Comicverfilmung wechselt, das hätte vorher möglicherweise keiner gedacht oder ernst genommen. Und dass dann eine wirklich überzeugende bei herauskommt, auch nicht. Eine Comicverfilmung, die weniger von ihren Spezialeffekten denn der problembehafteten Entwicklung und Skizzierung ihres ambivalenten Helden getragen wird. Technisch nicht ganz ausgereift und der Kitsch kommt auf leisen Sohlen. Doch schon allein der Elfman-Musik und adäquaten Besetzung wegen ein unterhaltsamer Superhelden-Flick. KLICK.
"Final Destination 2" [22:40 Uhr, Pro 7]
Hier gilt eigentlich das Gleiche wie für Teil 1: "Horrorfilm, der in erster Linie durch seine perfiden Tötungsmechanismen veritabel unterhält, solange man die Soße nicht ernst nimmt und die Logik lieber im Haus lässt." Nur, dass es sich diesmal um den besten, weil originellsten der Reihe handelt – ja, nicht nur wegen dem hier.
"Die Kunst des negativen Denkens" [00:45 Uhr, NDR]
Skandinavischer Humor par excellance: skurril, radikal, derb, zynisch und verdammt pechschwarz. Eine Komödie, die gar nichts mit gutgelauntem, heiterem Kino gemein hat. Für Leute mit dem etwas anderen Sinn für Humor. Leider viel zu kurz.
- Sonntag, 15.11.2009
Eindeutig der beste, rasanteste, cleverste Teil der Reihe als die Essenz der puren Geschwindigkeit. Da braucht man hinterher ein Atemgerät und jede Menge Taschentücher, um sich den Schweiß vom Körper zu wischen. Ganz großes Kino.
"Spider-Man 2" [20:15 Uhr, Pro 7]
Übertrifft den Vorgänger in beinah sämtlichen Aspekten um Längen. Durchgestylte Comic-Action und ein gutes Stück Handlung sind halt doch unter einen Hut zu bringen. KLICK.
"Shooter" [23:00 Uhr, Pro 7]
Sofern man die kruden Verschwörungstheorien und das mehr schlecht als rechte Ende bei Seite lässt, geht "Shooter" immer noch als energiegeladener, temporeicher Genrefilm mit Spitzenaction durch. Da stört mich auch nicht Mark Wahlbergs Präsenz. Gekürzt.
"Inland Empire" [00:15 Uhr, Tele 5]
Konnte mich immer noch nicht zur Sichtung entschließen. Zu klein das Verlangen und möglicherweise auch das Durchhaltevermögen, Lynchs surrealem DV-Experiment drei Stunden am Stück zu folgen, trotz, dass man ihm bemerkenswerte Filme und die beste Serie aller Zeiten zugestehen muss. HIER geht's weiter.
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TV-Tipps
Freitag, 6. November 2009
Filmzitat der Woche: Avanti, Avanti! (1972)
"Hmm, entschuldigen Sie, ich hätte mir gern in einer bestimmten Sache Rat bei Ihnen geholt, gewissermaßen eine Quelle. Glauben Sie, dass es im Nahen Osten Krieg geben wird?" - "Wir sind nicht autorisiert, solche Informationen zu erteilen." - "Hmm, die Sache ist die: ein amerikanischer Hotelkonzern hat mir einen Job angeboten, in der Sheraton-Kette. Es stehen verschiedene Positionen zur Debatte, darunter eine in Damaskus." - "Damaskus?" - "Ja." - "Also, ich sag' Ihnen etwas im Vertrauen. Bei der ständig zunehmenden russischen Präsenz im Mittelmeer, der Bereitschaft Israels zu einem Präventivschlag und der militärischen Frontstellung der arabischen Länder ist doch das ganze Gebiet ein Pulverfass, was Ihnen jeden Moment um die Ohren fliegen kann. Ich rate Ihnen: Vergessen Sie Damaskus!" - "Danke. Unter diesen Umständen werd' ich lieber den anderen Job nehmen." - "Wo ist der?" - "Das Sheraton in New York." - "Hmm, nehmen sie lieber Damaskus..."
Clive Revill alias Carlo Carlucci & Edward Andrews alias J. J. Blodgett in Billy Wilders "Avanti, Avanti!" [USA, I 1972]
Clive Revill alias Carlo Carlucci & Edward Andrews alias J. J. Blodgett in Billy Wilders "Avanti, Avanti!" [USA, I 1972]
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Filmzitat der Woche
Donnerstag, 5. November 2009
News: Kinostarts - 05.11.2009
--->"Jennifer's Body" [USA 2009 / Horror]
--->"All inclusive" [USA 2009 / Komödie]
--->"Der Besucher" [FIN, D, EW, GB 2008 / Drama]
--->"Der Informant" [USA 2009 / Groteske]
--->"Eine Perle Ewigkeit" [E, PE 2008 / Doku]
--->"Eine Weihnachtsgeschichte" [USA 2009 / Animation]
--->"Looking for Eric" [GB, F, I, B, E 2009 / Sozialballade]
--->"Niko" [FIN, DK, D, IRL 2008 / Animation]
--->"Seelenvögel" [D 2009 / Drama]
--->"Weltstadt" [D 2009 / Drama]
--->"All inclusive" [USA 2009 / Komödie]
--->"Der Besucher" [FIN, D, EW, GB 2008 / Drama]
--->"Der Informant" [USA 2009 / Groteske]
--->"Eine Perle Ewigkeit" [E, PE 2008 / Doku]
--->"Eine Weihnachtsgeschichte" [USA 2009 / Animation]
--->"Looking for Eric" [GB, F, I, B, E 2009 / Sozialballade]
--->"Niko" [FIN, DK, D, IRL 2008 / Animation]
--->"Seelenvögel" [D 2009 / Drama]
--->"Weltstadt" [D 2009 / Drama]

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Kinostarts
Mittwoch, 4. November 2009
Die besten Soundtracks aller Zeiten #9

Krzysztof Komeda: "Rosemaries Baby"
[USA 1968, Regie: Roman Polanski]
Mit Subtilität kokettiert Roman Polanski in seiner Großstadt- oder Mieter-Trilogie konsequent bis zum Schluss. Dabei vermag der zwischen "Ekel" und "Der Mieter" entstandene und somit als Mittelteil fungierende "Rosemaries Baby" diese These durchaus zu unterstützen, in dem der Regisseur auch hier den psychologischen Horror im zwischenmenschlichen Alltag denn exzessives Blutverspritzen fokussiert. Das wiegenliedartige "La, la, la", gesungen ganz zu Anfang im Anblick der Skyline von New York und ganz am Ende, wo das Teuflische schließlich aufgedeckt ist, reiht sich samt leisen Suspense-Noten innerhalb des restlichen Scores ebenfalls in den vergleichsweise ruhigen, aber nicht minder beklemmenden Tenor des Films ein. Fast monoton erklingen die Vokale, von Hauptdarstellerin Mia Farrow höchstpersönlich gesungen. Ein tendenziell melancholischer Song, durchzogen mit jazzigen und disharmonischen Tönen. Evoziert das Lied zwar insbesondere zu Beginn einen gewissen Optimismus und eine bestimmte Freude darüber, ein Kind zu erwarten, schwingt dennoch eine nichtlokalisierbare, eine nicht (zumindest vorerst) greifbare Angst mit. In der grandiosen Schlussszene und im Abspann wird dieses Lied wieder aufgegriffen, allerdings mit der Gewissheit, dass das Grauen bekannt ist, Rosemarys weiteres Leben und mit welchen Konsequenzen sie fertig werden muss, dagegen nicht. Ein musikalisch sehr atmosphärischer Beitrag eines veritablen Soundtracks vom früh verstorbenen Krzysztof Komeda.
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