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Mittwoch, 1. August 2018

"Ant-Man and the Wasp" [USA 2018]


Nachdem er eine Fußfessel verpasst bekam, muss sich Ant-Man (Paul Rudd) wider Willen mit zeitvertreibendem Krimskrams in den eigenen vier Wänden arrangieren. Langeweile satt – paradigmatisch für ein Sequel, das uns ein Antikonzept zum Multimillionendeal präsentiert: Ant-Man ist ein kleiner Romantiker, ein netter Kumpel, ein gewitzter Aushilfsdaddy. Mehr nicht. Häusliches Abhängen. Aber das reicht. Entsprechend familiär und ballsicher wirkt die Kleinfamilie um Rudd, Evangeline Lilly und Michael Douglas (nach wie vor). So familiär und ballsicher, dass die Fußnote um Hannah John-Kamen und Laurence Fishburne glatt stört. Peyton Reed stützt sich in "Ant-Man and the Wasp" auf kontrolliertes Chaos, auf auswendig gelernte und praktisch angewendete Marvel-Paragrafen, in denen neben dem (redundanten) Schnellfeuergewehrwitz und dem (noch redundanteren) Überlastungsdialog (Dampfplauderer Michael Peña wird im Leben kein Schauspieler mehr) notgedrungen ein, zwei, drei Bösewichte auf Abruf bereit stehen, obwohl die psychedelische Suche nach der unverhofft wiederaufgetauchten Mutter (Michelle Pfeiffer) den Film hätte allein tragen können. Maßgeschneiderte Hingabe ist das nicht mehr. Dafür fehlt der Fortsetzung originelles Spielzeugspielen. Die Gags erschöpfen sich an einem MacGuffin, der, vergrößert und verkleinert, an den unmöglichsten Orten verschoben, auseinandergezerrt wird, wohingegen die verruchte Schmierigkeit Walton Goggins den Freundlichkeitskitsch amerikanischer Durchschnittsbefindlichkeit immerhin dezent durchkreuzt. Alternative: "Tarantula" im (großen) Kino schreiend bestaunen.

4 | 10

Mittwoch, 29. Juli 2015

"Ant-Man" [USA 2015]


Edgar Wright hat sich abgesetzt. Andererseits: Auslöschen wollten sich seine Spuren in "Ant-Man" nicht. Lehrten uns die "Guardians of the Galaxy", dass kratzbürstige, verkultete Durchhalteironie beizeiten zermartern kann, ist "Ant-Man", unabhängig einer ähnlich omnipräsent grellen Humororgie (Michael Peña), stattdessen bestrebt, seine empathischen Wohlfühlcharaktere (nicht mehr) an den Schaum vorm Mund zu verkaufen: Paul Rudd (forsch), Michael Douglas (weltlich) und Evangeline Lilly (eisern) bereichern einander mit pointierter Lust und natürlicher Verletzbarkeit. Zwischen den von liebevollem Quatsch getragenen Edgar-Wright-Sequenzen, psychedelischen Miniaturverzerrungen, wo Größe und Breite umschlagen in eine Kuriositätenschau überdimensionalen Spielzeugs (bis zum aufgeweckten Eisenbahnfinale), erzählt aber auch "Ant-Man" eine zärtliche Erweckungs-Origin-Story nach zusammengeschustertem Strickmuster in redundant erklärenden Schuss-Gegenschuss-Dialogen: ein Lehrer-Schüler-Konzentrat, witzige Hürden, die der Held wider Willen zu nehmen hat, wissenschaftlich-akademische Selbstüberschätzung und einschneidende Schicksalsschläge. Über die abgestempelten Marvel-Parameter hinaus jongliert der Film nicht. Dies war absehbar anhand des Vorberichtmaterials. Und ihm bekommt abermals nicht der manische, längst abgenutzte Zwang, die Avengers in einer metareflexiven Seitenlinie (für eine irrelevante Actionszene) anzuteasern. Genug gemeckert – "Ant-Man" überrascht insofern positiv, als dass er inszenatorischen Überdruss negiert und auch einmal "frei" sein darf, einen lebenswirklichen Typen mit einem lächerlichen Anzug durch bunteste Farben und schrulligste Umgebungsmosaike zu schleusen. Wenn Marvel und Comicbuch "wollen" – nicht "sind".

5 | 10