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Mittwoch, 11. März 2015

Serien: "Entourage" - Staffel 1 [USA 2004]


Einen Spaltbreit offen. Mehr nicht. Dahinter schrille Begeisterung, Moneten, Mösen. Reißende Beglückwünschung in einem Geschäft, dem sich "Entourage" widmet. Schlüssellochartig. Pragmatisch-ungehorsam. Im Showbusiness und in einer Stadt, deren Verfehlungen das Entertainment manövriert, stoßen, schwatzen und kalauern sich vier aufreizend-aufstrebende Jungstars um den Aufstieg des Fotos auf der Titelseite einer neuen, goldschillernden Filmvorstellung: "Vince" (jeden Tag ein Stich), "E" (überlegt sich jeden Stich), "Turtle" (nie ein Stich) und "Drama" (eine entbehrliche Fernsehmumie). Kunsttheoretischer Philosophieunterricht mit Gary Busey (1×06: "Der alte Mann und der Strand"), Szenenberatschlagung über einen Blowjob mit einem psychotischen Scorsese-Kurosawa-Plagiator (1×07: "Die Szene"), schmachtende Telefonanrufe mit Scarlett Johansson (1×08: "New York") – wie "Entourage" einen metaironischen Kosmos an fiktivem Nonsens, überzeichneten Mutmaßungen und biografischem Firlefanz einbindet, um ein repetitives Alltagsgeschäft auszuloten, ist mit der nötigen Kleinigkeit Biss porträtiert. Obschon Staffel eins nicht loslegt, sondern Chancen und Hintertürchen testet. Aufgepäppelt in acht Episodenstreiche (aber offenkundig mehr Stichen), baut der Beginn einer ebenso voyeuristischen wie glühenden Milieu-Sitcom einen Handlungsausschnitt auf den nächsten. Im Hollywood der Schleifen, Kreise und Wiederholungen wartet "Entourage" mitsamt seiner hedonistischen Protagonisten auf den Anruf des Agenten (unvergleichlich keck: Jeremy Piven), der den Fortgang der Zukunft entscheidet. Zitternd, lüstern. "Entourage" ist vorerst verspielte Unmenschlichkeit auf der Jagd nach Eingespieltem.

7 | 10

Mittwoch, 10. September 2014

"Sin City 2: A Dame to Kill For" / "Frank Miller's Sin City: A Dame to Kill For" [USA 2014]


[...] Dreimal. Dreimal eingepferchte Muster. Dreimal Tippen, dass der und der eh eines märtyrerhaften Todes sterben wird, indem er sich der Sozialunterschiede willen auflehnt. Abermals: fauchende Killer-Amazonen, abgewrackte Sittenwächter, neunmalschlaue Detektive. Alles beim Alten bei Robert Rodriguez. Sobald es die Geschichte nicht richtet, müssen es pralle Titten schaffen. Über pralle Titten braucht sich Eva Green keine Sorgen zu machen. In "Sin City 2: A Dame to Kill For" zieht sie einmal mehr blank, und Rodriguez wirkt wie vernarrt in ihre wollüstig eingeölten Kurven, den Arsch im Close-up, die Brüste hoheitsvoll darbietend, den nackten Körper beim Badespaß, immer wieder, den Sex getaucht in ätherische Jalousienschatten. Sie ist die dämonische Verführerin, die fleischliche, kreatürliche Femme fatale, verzehrend und tödlich, umringt von Dunst und begierigen Reizen. [...] Was ihre Kollegen, das übrige üppige Kulissenmaterial, nicht zu leisten imstande sind – ein fehlbesetzter Josh Brolin, der krampfhaft gegen sein Image des Schönwetterbuben spielt, eine Jessica "Scarface" Alba, die widerstrebend erheiternd gegen ihr Abonnement der Plastiktusse schießt, ein Joseph Gordon-Levitt und Mickey Rourke auf Mittagspausenmodus, ein Bruce Willis als einfältige Halluzinationsprojektion –, füllt sie aus. In einem Ensemble gravitätisch angekündigter A- und B-Stars schreiben ihr, der entzückendsten Neubesetzung, Rodriguez und Miller einige bezaubernde Szenen auf den, wortwörtlich, Leib, obwohl Sinnlichkeit und Künstlichkeit niemals ein langzeitiges Paar abgeben werden. [...]


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