Montag, 9. Juni 2014

"RoboCop" [USA 2014]


[...] Das "RoboCop"-Remake hat de facto nicht viel übrig für Hintergründiges. Es kommuniziert wie ein Dosenblockbuster – der emotionale Appell in erwärmende Farben gestoßen, während der lästig ausgestanzte familiäre Kontext (in erwärmenden Farben) genauso Antrieb wie Motor für eine branchenübergreifende Verschwörungsgroteske ist. Viel Wert legt Padilha auf das erklärende Wort. Alex Murphy (Kinnaman) muss sich erklären, RoboCop muss sich erklären, beide schwadronieren ununterbrochen über Geistiges und Inneres. Tränenreich. Wie begossene Pudel. Padilha vertraut seinem Publikum kein Stück, das über Hilfestellungen verstehen muss, welche Stimmung gemeint ist. Ist das dann Satire, wenn RoboCop auf einer Parade ihm zu Ehren einen längerfristig gesuchten Verbrecher ausfindig und unschädlich macht, seine Aktion allerdings in der anschließenden Szene genauestens noch einmal, per Langbericht, aufgerollt wird? Wohl kaum. Doppelt hält besser. Mit Satire, Spott und Selbstentlarvung hat es dieser Film ohnehin nicht (mehr). Seine Bemühungen, in Form einer nach rechtsaußen gerichteten, spitzzüngigen Fernsehsendung ("robophobisch": Samuel L. Jackson) im Verhoeven-Stil, den politischen Gesetzkarneval zu karikieren, verfehlt seine Subversion – der Film ist ausdrücklich zu ernst und sein nachträglicher Zynismus deplatziert wie fehlkalkuliert. [...] 


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