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Freitag, 15. Januar 2016

Die imposanten 7: Erstsichtungen 2015, Gold

  #7 
    »MONTANA SACRA - DER HEILIGE BERG«    
»THE HOLY MOUNTAIN«
(MEX, USA 1973 | Alejandro Jodorowsky) 


#6
    »STAUDAMM«    
(D 2013 | Thomas Sieben) 


  #5
    »UMBERTO D.«    
(I 1952 | Vittorio De Sica) 


 #4
    »WENN ENGEL FALLEN«    
»GDY SPADAJA ANIOLY«
(PL 1959 | Roman Polanski) 


#3
»LIEBE 1962«
    »L'ECLISSE«    
(I, F 1962 | Michelangelo Antonioni) 

IMPRESSIONEN


#2
»ADAPTION - DER ORCHIDEEN-DIEB«
    »ADAPTATION.«    
(USA 2002 | Spike Jonze) 


 #1
»LÜGEN UND GEHEIMNISSE« 
  »SECRETS & LIES«   
 (GB 1996 | Mike Leigh) 

Freitag, 19. Juni 2015

"The Rainbow Thief" [GB 1990]


Abstrus gestückelte Auftragsarbeit, bei der Jodorowsky (Produzenten-)Wünsche erfüllte und Befehle in die Tat umsetzte. Diese daher künstlerische Agonie ließ einen Film zurück, der mehr Torso als Werk darstellt, nur hin und wieder eine Idee verbreitet, nur sporadisch einen Funken Eigenständigkeit wahrt. Jodorowsky fühlt sich gesund, beim Dinner einer kulissenhaften, umgekehrt bedienten Abendgesellschaft (vgl. Buñuel), der riesige Knochen denn Kaviar serviert wird, bei einem sprechenden Hund, bei allerhand entblößten, verruchten Titten, und schließlich verlegt er den von sturzbachartigen Regenmassen getränkten, teuer produzierten Showdown in eine labyrinthische Kanalisation, der Zerschlagung jedweder Struktur (durchaus bildgewaltig inszeniert). "The Rainbow Thief" lässt den gestalterischen Hauch Jodorowskys hier erahnen, allein – ihm misslingt das Ungebundene und Unbehinderte. Als fragmentarische Zirkusmenagerie und überzeichnet herausgeputzte Zwergenwelt in kindlichen Pastellfarben verstanden, steckt die langweilige vor sich hin tröpfelnde Schnarchdarbietung eines Bug-Budget-Fantasy-Festes selbst renommierte Altstars wie Peter O'Toole und Christopher Lee an, die sich einem aufgedreht-kleptomanischen Omar Sharif (bedingungsloses Comedy-Gold: seine besoffen gestikulierende Schwärmerei von einem luxuriösen Essen) willenlos beugen: Dima (Sharif) klaut, um reich zu werden, Musikinstrumente, Eier, Uhren. Nachdem 90 schöpferisch desinteressierte Minuten geschafft sind, ist man froh, es überstanden zu haben. Ein trockener Knochen reicht manchmal doch nicht an… frischen Kaviar heran. Und ein Geschenk an eine Überraschung. 

3 | 10

Mittwoch, 17. Juni 2015

Kurzfilme: "Die Krawatte" / "La cravate" [F 1957]


Lange als verschollen deklarierter, surrealistischer Kurzfilm von "Gott" Alejandro Jodorowsky, der Gerüchten zufolge auf einem Dachboden (wieder-)gefunden wurde. Ein Mann (Jodorowksy höchstselbst) hat keinen vorteilhaften weiblichen Fang gemacht, denn die Angebetete seines Herzens (breitgebaut, launisch) versteift sich auf Süßig- und Äußerlichkeiten. Also geht der Mann zu einer Friseuse unter umgekehrten Vorzeichen, um sich verschiedenhübsche Köpfe aufschrauben zu lassen. Eine latent grassierende Eifersüchtelei zwingt ihn, einem überlegenen Macho-Widersacher zuvorzukommen. Die Unvereinbarkeit, einheitliche Strukturen des alltäglichen Lebens grell zu verfremden und schrill zu entstellen (inbegriffen: Schach mit Äpfeln und Birnen sowie Blumen aus Papier), schöpft eine erste Arbeit eines umtriebigen Intellekts aus, für den Kino eine zwerchfellerschütternde und traumtänzerische Spielwiese ist und noch weitaus anarchischer sein wird. Von dem Filmtitel einmal abgesehen, der schlussendlich ein neckisches "Fin" formt, kommt der "Krawatte" aber keine essentielle Bedeutung zu – wie annähernd alles hinter amateurhaften Theaterkostümierungen verschwindet. "Die Krawatte" stammt von einem rastlosen Kind, das sich pantomimisch verständigen will. Als geschmeidiger Einstieg in die Marke (und das Vorwarnzeichen) Jodorowsky geeignet, besitzt dieser charmante, allenfalls behaglich fabulierende Kurzfilm liebenswerte Ironie, indem er einem ahnungslosen Mann (und uns Zuschauern) wortwörtlich den Kopf verdreht, da um ihn herum vieles auf den Kopf gestellt wird. Frauen, Männer. Männer, Frauen. Frauenmänner. 

6 | 10